Nvidia hat abgeliefert – so stark wie selten ein Halbleiterkonzern. Trotzdem drehte der Markt nach den Zahlen nach unten. Dahinter steckt weniger ein Zweifel an den Q4-Ergebnissen als die Frage, wie belastbar der KI-Boom in den nächsten Quartalen wirklich bleibt.

Rekordquartal – doch der Markt will mehr Klarheit

Im vierten Quartal (Ende: 25. Januar 2026) meldete Nvidia einen Umsatzrekord von 68,1 Mrd. Dollar. Das waren 20% mehr als im Vorquartal und 73% mehr als vor einem Jahr. Auch beim Gewinn je Aktie lag Nvidia über den Erwartungen: 1,62 Dollar (bereinigt) statt der von LSEG ermittelten 1,53 Dollar.

Trotz dieses „sauberen Beats“ rutschte die Aktie am Freitag um 4,20% auf 149,96 Euro. Der Rückgang passt zu einem klassischen „sell the news“-Muster: Viele Anleger hatten starke Zahlen bereits eingepreist – und nutzten den Moment, um Gewinne mitzunehmen.

Das eigentliche Zugpferd: Rechenzentren – plus Networking-Schub

Der Umsatzboom kam erneut aus dem Data-Center-Geschäft, das 91% der Erlöse ausmachte. Allein dieser Bereich brachte 62,3 Mrd. Dollar ein und lag damit über den Erwartungen (60,69 Mrd. Dollar laut StreetAccount). Auffällig: Data-Center-Networking sprang im Jahresvergleich um 263% auf 10,98 Mrd. Dollar an – getrieben durch den Hochlauf der NVLink-Compute-Fabric auf GB200- und GB300-Systemen.

In der CFO-Einordnung wurde außerdem klar, wie stark die Abhängigkeit von den ganz großen Cloud-Käufern bleibt: Hyperscaler waren die größte Kundengruppe und standen für etwas mehr als die Hälfte des Data-Center-Umsatzes. Gleichzeitig verweist der Artikel auf die gewaltigen geplanten Investitionen der Tech-Konzerne: Kombiniert könnten deren Capex in Summe in Richtung 700 Mrd. Dollar laufen, um KI-Infrastruktur auszubauen.

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Warum die Aktie trotzdem unter Druck stand

Zwei Punkte überlagerten die starken Zahlen.

Erstens: Unsicherheit rund um OpenAI. In Nvidias 10-K heißt es, man finalisiere zwar ein Investment- und Partnerschaftsabkommen, es gebe aber keine Zusicherung, dass ein Deal zustande kommt. Genau diese Unklarheit wurde am Markt als Belastungsfaktor gehandelt – zumal von einem stockenden, sehr großen Vorhaben die Rede ist.

Zweitens: Die Debatte hat sich laut Marktstimmen von den kurzfristigen Ergebnissen weg hin zur Nachhaltigkeit der KI-Ausgaben verlagert. Ein Portfolio-Manager beschrieb die Sorge, ob das hohe KI-Capex-Niveau dauerhaft durchzuhalten ist – und ob Themen wie Monetarisierung und mögliche Cashflow-Effekte irgendwann bremsen. Tom Graff (Facet) brachte es auf den Punkt: Falls etwa große Kunden ihre Ausgaben drosseln, würde das eher ein bis zwei Quartale später in den Umsätzen sichtbar.

Unterm Strich liefert Nvidia zwar eine auffällig starke Prognose – 78,0 Mrd. Dollar Umsatz für Q1 des Geschäftsjahres 2027 (±2%) – doch der Markt wollte offenbar noch mehr Details zur „Landebahn“ dahinter.

Nächste Impulse: Vera Rubin und GTC im März

Für neue Fantasie soll die nächste Plattform-Generation sorgen: Vera Rubin, Nachfolger von Grace Blackwell. CFO Colette Kress sagte, man habe „Anfang der Woche“ erste Vera-Rubin-Samples an Kunden ausgeliefert. Zusätzlich rückt die GTC-Entwicklerkonferenz Mitte März näher – ein Termin, der erfahrungsgemäß für konkrete Produkt- und Roadmap-Details sorgt.

Genau dort dürfte sich entscheiden, ob Nvidias starke Prognose als Beginn der nächsten Wachstumswelle verstanden wird – oder ob die Skepsis rund um KI-Budgets und Großkunden-Tempo die Bewertung weiter einbremst.

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