Carl Zeiss Meditec Aktie: Digitaler Fokus
Carl Zeiss Meditec versucht, operativen Gegenwind mit einem neuen Digitalangebot zu kontern. Mit „ZEISS Collaborative Care“ startet eine cloudbasierte Plattform für die Zusammenarbeit von Augenärzten und Optikern. Doch der Zeitpunkt ist heikel: Schwache Quartalszahlen und eine ausgesetzte Jahresprognose lassen Anleger weiter auf belastbare Orientierung warten.
Neuer Launch: Zusammenarbeit in der Cloud
Seit dem 23. Februar ist „ZEISS Collaborative Care“ verfügbar – eine browserbasierte Software, die den sicheren Austausch von Patientendaten, strukturierte Überweisungen und eine bessere Vernetzung im professionellen Umfeld ermöglichen soll. Ziel ist es, typische Reibungsverluste in der ophthalmologischen Versorgung zu reduzieren: fragmentierte Datenströme, Medienbrüche und ineffiziente Überweisungsprozesse.
Technisch setzt die Lösung auf der ZEISS Health Data Platform auf. Sie kann entweder eigenständig als Cloud-Anwendung genutzt oder als Erweiterung in ZEISS FORUM integriert werden. Präsentiert wird das Produkt erstmals heute auf dem „100% Optical 2026“ in London (bis 2. März), danach folgt die Vision Expo in Orlando (11. bis 14. März).
Operativer Druck: Zahlen enttäuschen, Prognose pausiert
Der Produktstart fällt in eine Phase spürbarer operativer Schwäche. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 sank der Umsatz auf 467,0 Mio. Euro nach 490,5 Mio. Euro im Vorjahr (−4,8%). Deutlich stärker traf es die Profitabilität: Das EBITA brach auf 8,1 Mio. Euro ein (Vorjahr: 35,2 Mio. Euro), die EBITA-Marge rutschte von 7,2% auf 1,7%.
Als Gründe nannte das Management ein schwierigeres Umfeld – geprägt von geopolitischen Unsicherheiten, Investitionszurückhaltung und veränderten regulatorischen Rahmenbedingungen. Und genau hier liegt der Kernkonflikt: Kann eine digitale Plattform kurzfristig helfen, während das operative Geschäft unter Druck steht? Sie zeigt zumindest, wohin die strategische Reise gehen soll – ersetzt aber keine belastbare Jahresguidance.
Aktie bleibt angeschlagen – Blick richtet sich auf den 12. Mai
Am Freitag schloss die Aktie bei 27,02 Euro. Damit liegt sie nur gut 6% über dem 52-Wochen-Tief von 25,46 Euro (12. Februar) und klar unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 32,81 Euro. Seit Jahresanfang steht ein Minus von 31,53% zu Buche, auf Sicht von zwölf Monaten sind es −54,28%.
Mehr Klarheit soll spätestens mit den Halbjahreszahlen am 12. Mai 2026 kommen. Dann will das Unternehmen nicht nur eine aktualisierte Prognose für 2025/26 vorlegen, sondern auch Reorganisations- und Kostensenkungsmaßnahmen konkretisieren – inklusive beschleunigter Produktlokalisierung, neu priorisierter F&E-Aktivitäten und zusätzlicher Effizienzschritte. Bis dahin hängt die Stimmung auch daran, wie sich die Konsummuster im chinesischen Refraktivmarkt entwickeln und wie die volumenbasierte Ausschreibung für Intraokularlinsen in China ausgeht.
Carl Zeiss Meditec-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Carl Zeiss Meditec-Analyse vom 28. Februar liefert die Antwort:
Die neusten Carl Zeiss Meditec-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Carl Zeiss Meditec-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 28. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Carl Zeiss Meditec: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...








