Es wirkt fast grotesk: Nvidia liefert das stärkste Quartalsergebnis der Unternehmensgeschichte ab, übertrifft jede einzelne Erwartung der Analysten und hebt die Prognose massiv an – doch die Wall Street straft das Papier ab. Anleger ignorieren die fundamentalen Rekorde und fokussieren sich plötzlich auf Zweifel an der Langlebigkeit des KI-Booms. Ist die Wachstumsstory an einer psychologischen Grenze angekommen oder bietet der Rücksetzer neue Chancen?

Die Zahlen im Detail

Der KI-Chip-Gigant meldete für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Umsatz von 68,1 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Anstieg von 73 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und übertraf die Konsensschätzungen von 66,2 Milliarden Dollar deutlich. Auch beim Gewinn lieferte Nvidia ab: Der bereinigte Gewinn pro Aktie lag mit 1,62 Dollar spürbar über den erwarteten 1,53 Dollar.

Trotz dieser fundamentalen Stärke reagierte der Markt mit einem abrupten Ausverkauf. Die Aktie verlor im US-Handel 5,5 Prozent – der stärkste Rückgang seit zehn Monaten. Das Handelsvolumen schoss dabei auf das Doppelte des üblichen Durchschnitts hoch. Marktbeobachter werten dies als klassisches "Sell the News"-Ereignis, bei dem extrem hohe Erwartungen selbst durch hervorragende Zahlen nicht mehr befriedigt werden konnten. Auch im heutigen Handel setzt sich der Druck fort, das Papier notiert aktuell bei 154,12 Euro.

Sorgen um Nachhaltigkeit der Ausgaben

Der Hauptgrund für die Nervosität liegt nicht in der Gegenwart, sondern in der Zukunft. Investoren hinterfragen zunehmend, wie lange die großen Technologiekonzerne ihre massiven Ausgaben für KI-Infrastruktur aufrechterhalten können. Das Rechenzentrums-Segment von Nvidia, das mittlerweile über 91 Prozent der Gesamtumsätze ausmacht, wuchs um beeindruckende 75,1 Prozent auf 62,3 Milliarden Dollar.

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Dabei entfällt gut die Hälfte dieses Umsatzes auf die sogenannten "Hyperscaler" wie Microsoft, Amazon oder Meta. Da diese Konzerne bereits Investitionen von fast 700 Milliarden Dollar für den Aufbau ihrer KI-Kapazitäten in Aussicht gestellt haben, wächst an der Börse die Angst vor einer Sättigung. Ein Portfoliomanager fasste die Stimmung treffend zusammen: Die Debatte habe sich von den kurzfristigen Ergebnissen hin zur Frage verlagert, ob sich diese gigantischen Investitionen für die Kunden überhaupt jemals rechnen werden.

Unsicherheit bei OpenAI und neue Produkte

Zusätzlich belastete eine Pflichtmitteilung die Stimmung. Nvidia warnte in seinem 10-K-Bericht, dass ein geplanter Deal mit OpenAI möglicherweise nicht zustande kommt. Die Unsicherheit über diese potenzielle Partnerschaft nutzten Bären als Argument für Gewinnmitnahmen.

Dem gegenüber steht jedoch eine optimistische Prognose. Für das laufende Quartal stellte Nvidia einen Umsatz von rund 78 Milliarden Dollar in Aussicht – weit mehr als die von Analysten erwarteten 72,8 Milliarden Dollar. Zudem bestätigte Finanzchefin Colette Kress, dass die ersten Muster der neuen "Vera Rubin"-Systeme bereits an Kunden ausgeliefert wurden. Diese nächste Chip-Generation gilt als entscheidender Katalysator für das Wachstum im Jahr 2027.

Mit der anlaufenden Produktion der Vera-Rubin-Plattform peilt das Unternehmen für das Kalenderjahr 2026 Produktionsziele jenseits der 500 Milliarden Dollar an. Ob der Markt diese Ambition honoriert oder weitere Beweise für die Monetarisierung der KI fordert, bleibt die zentrale Variable für die Kursentwicklung in den kommenden Monaten.

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