Nvidia steht kurz davor, wieder H200-Chips nach China zu verkaufen — und gerät dabei zwischen die Fronten von US-Senatoren, chinesischen Genehmigungsbehörden und einem neuen Konkurrenten. Die Gemengelage ist komplex, das Umsatzpotenzial aber erheblich.

Senat will Exportlizenzen stoppen

Die Senatorinnen Elizabeth Warren und Jim Banks haben das US-Handelsministerium aufgefordert, Exportlizenzen für Nvidia-KI-Chips nach China sowie Teile Südostasiens vorläufig auszusetzen. Auslöser ist eine Anklage des Justizministeriums gegen Super Micro Computer, dem vorgeworfen wird, beschränkte KI-Server über Umwege nach China umgeleitet zu haben.

Die Senatoren wollen zudem prüfen lassen, ob Aussagen von CEO Jensen Huang US-Behörden bei der Lizenzvergabe beeinflusst haben. Konkret geht es um Lizenzen für China, Malaysia, Thailand, Vietnam und Singapur.

Das trifft Nvidia zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Huang hatte auf der GTC-Konferenz in San José bestätigt, dass das Unternehmen Kaufaufträge für H200-Chips erhalten hat und die Produktion wieder hochfährt. Sowohl die USA als auch China hätten die nötigen Genehmigungen erteilt — Chinas Zustimmung war zuletzt der entscheidende Engpass gewesen.

Was auf dem Spiel steht

Das finanzielle Gewicht dieser Entwicklung ist beträchtlich. Vor den Exportbeschränkungen entfielen rund 13 Prozent von Nvidias Gesamtumsatz auf China. In der aktuellen Prognose geht das Unternehmen von null Rechenzentrumserlösen aus dem Land aus — jeder Verkauf wäre also zusätzlicher Umsatz. Wells Fargo schätzt das Potenzial auf bis zu 25 Milliarden Dollar jährlich.

Huang selbst prognostizierte auf der GTC mehr als eine Billion Dollar Umsatz bis 2027 — ausschließlich durch Blackwell- und Rubin-Systeme. H200-Verkäufe nach China sind in dieser Zahl nicht enthalten.

Anzeige

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Nvidia?

Die Exportgenehmigung ist allerdings an Bedingungen geknüpft: Jede Lieferung muss durch ein unabhängiges Labor geprüft werden, das Volumen ist auf weniger als 50 Prozent des US-Kundenumsatzes begrenzt, und es gilt ein Einfuhrzoll von 25 Prozent. Nvidias aktuelle Blackwell-Generation bleibt für China weiterhin gesperrt.

Arm betritt das Spielfeld

Parallel zur regulatorischen Unsicherheit wächst der Wettbewerbsdruck. Arm Holdings hat angekündigt, erstmals eigene Chips zu fertigen — nach 36 Jahren als reines Lizenzunternehmen. Der neue Arm AGI CPU, entwickelt gemeinsam mit Meta, zielt direkt auf KI-Inferenz in Rechenzentren ab. CEO Rene Haas erwartet damit in fünf Jahren rund 15 Milliarden Dollar Jahresumsatz.

Nvidia reagiert seinerseits: Mit dem Groq 3 LPX Inferenzbeschleuniger kombiniert das Unternehmen seine Rubin-Plattform mit LPU-Technologie und verspricht einen 35-fach höheren Durchsatz pro Megawatt für Modelle mit einer Billion Parametern im Vergleich zu Blackwell NVL72.

Starke Fundamentaldaten als Rückhalt

Das operative Fundament bleibt trotz allem solide. Im jüngsten Quartal wuchs Nvidias Umsatz um 73 Prozent — der elfte aufeinanderfolgende Zeitraum mit mehr als 55 Prozent Wachstum. Für das laufende Quartal erwartet das Unternehmen rund 77 Prozent Wachstum, ebenfalls ohne China-Erlöse einzukalkulieren.

Ob Handelsminister Lutnick dem Drängen der Senatoren nachgibt, entscheidet darüber, ob der H200-Produktionsanlauf tatsächlich zu Umsatz führt — oder ob China vorerst ein Potenzial auf dem Papier bleibt.

Anzeige

Nvidia-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nvidia-Analyse vom 26. März liefert die Antwort:

Die neusten Nvidia-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nvidia-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 26. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Nvidia: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...