Nvidia steht diese Woche gleich vor zwei bedeutenden Entwicklungen: einem milliardenschweren Liefervertrag mit Amazon Web Services und einer Kartelluntersuchung des US-Senats. Beides dreht sich um dieselbe Technologie — und das ist kein Zufall.

Eine Million GPUs für AWS

Nvidia wird Amazon Web Services zwischen 2026 und 2027 insgesamt eine Million GPUs liefern. Das Paket umfasst neben den Grafikprozessoren auch Spectrum-Netzwerkchips, Groq-Chips sowie ConnectX- und Spectrum-X-Netzwerkausrüstung für AWS-Rechenzentren. Bemerkenswert dabei: AWS setzt für seine Infrastruktur normalerweise auf eigene, jahrelang optimierte Netzwerkhardware — die Entscheidung, Nvidias Netzwerkequipment zu integrieren, markiert eine klare Abkehr davon.

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Die finanziellen Details des Vertrags wurden nicht veröffentlicht. Allein die eine Million GPUs dürften jedoch mindestens 30 Milliarden Dollar kosten, das Gesamtpaket wohl deutlich mehr als 50 Milliarden. Zum Vergleich: Nvidias gesamter Jahresumsatz 2025 lag bei 215,9 Milliarden Dollar — der Deal entspricht also rund einem Viertel davon.

CEO Jensen Huang setzt dabei gezielt auf eine Kombination mehrerer Chips. Groq-Technologie soll speziell für KI-Inferenz eingesetzt werden, also die Echtzeit-Generierung von Modellantworten. Huang zufolge könnte diese Kombination 300 Milliarden Dollar Jahresumsatz pro Gigawatt generieren.

Senat unter Druck gesetzt

Genau diese Groq-Technologie steht nun im Mittelpunkt einer Senatsuntersuchung. Die Senatoren Elizabeth Warren und Richard Blumenthal haben Huang aufgefordert, Details zum 20-Milliarden-Dollar-Deal mit Groq offenzulegen — dem größten Deal in Nvidias Geschichte. Im Dezember hatte Nvidia eine Lizenz für Groqs Chip-Designs erworben und gleichzeitig zahlreiche Schlüsselmitarbeiter übernommen, darunter den CEO und Präsidenten von Groq.

Die Senatoren werfen Nvidia vor, mit dieser Kombination aus Lizenzierung und Personalübernahme eine Art „Reverse Acquihire" vollzogen zu haben — eine Konstruktion, die kartellrechtliche Meldepflichten umgeht. Sie fordern eine Prüfung durch das Justizministerium und die FTC bis zum 3. April 2026.

Nvidia widerspricht der Darstellung. Ein Unternehmenssprecher betonte, Groq sei weiterhin ein eigenständiges Unternehmen, und Nvidia habe lediglich eine nicht-exklusive Lizenz erworben sowie Ingenieure eingestellt. Ähnliche Konstruktionen haben in den vergangenen Jahren auch Amazon, Microsoft und Google genutzt — die FTC hat signalisiert, solche Deals künftig stärker zu prüfen.

Starke Zahlen als Fundament

Im Hintergrund dieser Doppelentwicklung stehen außergewöhnliche Finanzergebnisse. Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erzielte Nvidia einen Rekordumsatz von 68,1 Milliarden Dollar — ein Plus von 73 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 erwartet das Unternehmen 78 Milliarden Dollar Umsatz. Dabei ist mögliches China-Geschäft mit H200-Chips noch nicht eingepreist, nachdem die Produktion für den chinesischen Markt kürzlich wieder aufgenommen wurde.

Die Aktie legte gestern rund zwei Prozent zu und notiert aktuell bei etwa 155 Euro — allerdings noch deutlich unter dem Rekordhoch vom November. Der Senat-Deadline am 3. April und der nächste Quartalsbericht am 20. Mai 2026 werden zeigen, ob das regulatorische Risiko die kommerzielle Dynamik bremsen kann.

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