Nvidia Aktie: Chipknappheit bis Jahresende
Der KI-Chip-Gigant Nvidia sieht sich trotz Rekordwachstum mit anhaltenden Lieferengpässen konfrontiert. Finanzchefin Colette Kress warnte am Mittwoch in der Quartalskonferenz, dass die Versorgungslage noch mindestens einige Quartale angespannt bleiben werde. „So sehr wir uns auch mehr Angebot wünschen würden – wir gehen davon aus, dass es für ein paar Quartale sehr knapp bleiben wird", so Kress. Eine Entspannung sei frühestens zum Jahresende möglich.
Die Ursache liegt in der rasanten Expansion des KI-Sektors. Der Wettlauf um künstliche Intelligenz hat die Nachfrage nach Speicherchips explodieren lassen, während Hersteller ihre Produktion auf margenstärkere Rechenzentrum-Chips konzentrieren. Die Folge: Verbraucherelektronik und Gaming-Hardware bleiben auf der Strecke.
Gaming-Sparte unter Druck
Besonders Nvidias Gaming-Geschäft bekommt die Lieferengpässe zu spüren. Das Unternehmen rechnet trotz starker Nachfrage mit Belastungen im laufenden und den kommenden Quartalen. Die Konsequenzen sind branchenweit spürbar: Nvidia-Chips stecken nicht nur in Gaming-PCs, sondern auch in der Nintendo Switch. Sony PlayStation und Microsoft Xbox setzen zwar auf AMD-Hardware, doch die gesamte Konsolenbranche leidet unter ähnlichen Engpässen.
Das Marktforschungsunternehmen TrendForce prognostizierte im Dezember 2025 für das Jahr 2026 einen Rückgang des Konsolenmarkts um 4,4 Prozent – eine Verschärfung gegenüber der früheren Schätzung von minus 3,5 Prozent.
Starke Zahlen, schwache Reaktion
Am Donnerstag präsentierte Nvidia Quartalszahlen, die die Erwartungen erneut übertrafen. Der Konzern meldete ein Umsatzwachstum von 73 Prozent im Jahresvergleich und erwartet für das laufende Quartal eine ähnliche Dynamik. Die Erlöse des vierten Quartals im Geschäftsjahr 2026 erreichten 68,0 Milliarden Dollar – knapp 2,0 Milliarden über den Konsensschätzungen. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 1,62 Dollar und übertraf die Prognosen um 8 Cent. Besonders bemerkenswert: Die Umsatzprognose von 78,0 Milliarden Dollar für das erste Quartal überraschte selbst optimistische Investoren.
Doch die Börse reagierte verhalten. Die Aktie verlor am Donnerstag 5,1 Prozent, nachdem sie im vorbörslichen Handel noch leicht zugelegt hatte. Der Nasdaq 100 rutschte um 1,5 Prozent ab, der S&P 500 gab 0,8 Prozent nach. Auch andere Halbleiterwerte wie Broadcom, Intel, Applied Materials und Lam Research büßten zwischen 3,1 und 5,8 Prozent ein.
Anleger fragen nach der Nachhaltigkeit
Goldman Sachs identifizierte mehrere Gründe für die paradoxe Kursentwicklung. Neben klassischen "Sell-the-News"-Dynamiken und Gewinnmitnahmen nach mehreren starken Quartalen sorgen vor allem Zweifel an der Nachhaltigkeit der KI-Investitionen für Zurückhaltung. Marktstratege Stephen Innes von SPI Asset Management brachte es auf den Punkt: „Es reicht inzwischen nicht mehr, die Erwartungen zu übertreffen. Der KI-Zyklus ist bereits so weit fortgeschritten, dass sich Anleger zunehmend fragen, wie lange es noch so rasant weitergehen wird."
Jochen Stanzl von der Consorsbank verwies auf die Kehrseite der Medaille: „Wenn der KI-Ausbau schneller verläuft als gedacht, ist auch die Wahrscheinlichkeit größer, dass dies ebenso für die KI-Disruption gilt."
Analysten erwarten für 2026 Investitionsausgaben der Hyperscaler von 667,0 Milliarden Dollar – ein Anstieg von 62 Prozent gegenüber dem Vorjahr, jedoch eine Verlangsamung gegenüber den 73 Prozent Wachstum in 2025. Goldman Sachs rechnet zwar mit weiteren Aufwärtsrevisionen der Schätzungen, doch der Peak des Ausgabenwachstums dürfte noch in diesem Jahr erreicht werden.
Analystenstimmen bleiben optimistisch
Trotz der gedämpften Marktstimmung halten die meisten Analysten an positiven Einschätzungen fest. RBC Capital bekräftigte das „Outperform"-Rating mit einem Kursziel von 250,00 Dollar. Die Investmentbank zeigte sich überrascht von der negativen Kursreaktion und betonte, dass sie keine KI-Blase sehe. Der intensive Wettbewerb der Hyperscaler um KI-Führerschaft spreche dagegen, ebenso wie das Fehlen von Anzeichen für GPU-Überkapazitäten und die anhaltenden Lieferengpässe.
UBS wiederholte ebenfalls das „Kaufen"-Rating und verwies auf einen Auftragsbestand, der sich mittlerweile bis ins Jahr 2027 erstreckt. TD Cowen und Cantor Fitzgerald äußerten sich ähnlich positiv, wobei Cantor mit einem Kursziel von 300,00 Dollar besonders bullish bleibt. Stifel setzt auf 250,00 Dollar und führt vor allem die erfolgreiche Blackwell-Produkteinführung und die Stärke im Netzwerkgeschäft als Argumente an.
Mit einem aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnis von 45,81 und einem PEG-Ratio von 0,8 erscheint die Aktie laut InvestingPro-Analysen im Verhältnis zu ihren Wachstumsaussichten unterbewertet. Elf Analysten haben ihre Gewinnschätzungen für den kommenden Zeitraum nach oben revidiert.
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