Morgen legt BYD seine Jahreszahlen vor — und der Zeitpunkt könnte kaum ungünstiger sein. Während Berichte über Fehlfunktionen des Fahrassistenzsystems God's Eye die Runde machen, deuten die Vorabdaten auf ein schwieriges Quartal hin.

God's Eye unter Beschuss

Mehrere Nutzer haben in dieser Woche über unkontrollierte Beschleunigungen, abrupte Lenkmanöver und Navigationsfehler berichtet. Besonders aufsehenerregend: Ein chinesischer Unternehmer, der umgerechnet rund 160.000 US-Dollar für einen Yangwang U8 bezahlte, schildert, wie sein Fahrzeug auf einer Landstraße plötzlich auf 93 km/h beschleunigte — bei erlaubten 60 km/h — und auf einen Mittelstreifen ausscherte. Bei einem weiteren Vorfall wechselte das Fahrzeug ohne Fahrereingriff die Spur und geriet dabei in den Gegenverkehr.

Das Ausmaß der Probleme wird durch die Verbreitung des Systems verstärkt. Laut BYD waren Ende 2025 mehr als 2,5 Millionen Fahrzeuge in China mit God's Eye ausgestattet — mehr als doppelt so viele wie Teslas globale Full-Self-Driving-Nutzerbasis mit 1,1 Millionen. Anders als Wettbewerber, die vergleichbare Systeme als Zusatzoption anbieten, hat BYD God's Eye als Serienausstattung über das gesamte Modellspektrum ausgerollt. Das erhöht die Sichtbarkeit von Softwareproblemen erheblich.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei BYD?

Schwache Zahlen erwartet

Das operative Umfeld ist bereits angespannt. Im dritten Quartal 2025 sank der Umsatz um 3,05 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 194,98 Milliarden Renminbi, der Nettogewinn brach sogar um 32,6 Prozent auf 7,82 Milliarden Renminbi ein. Für das vierte Quartal erwarten Analysten einen weiteren Umsatzrückgang von rund 11 Prozent sowie sinkende Gewinne je Aktie.

Hinzu kommt ein schwacher Jahresstart: Die kombinierten Absatzzahlen für Januar und Februar 2026 lagen rund 36 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Als Mitursache gilt die Wiedereinführung der fünfprozentigen Kaufsteuer auf Elektrofahrzeuge Ende 2025, die viele Käufer dazu veranlasste, ihre Kaufentscheidung vorzuziehen — und damit die Nachfrage zu Jahresbeginn ausdünnte. Geely nutzte die Schwäche und übernahm vorübergehend die Spitzenposition im chinesischen Automarkt.

Export als Gegengewicht

Auf der Habenseite steht das Exportgeschäft. Im Februar 2026 lieferte BYD 100.600 Fahrzeuge ins Ausland — ein monatlicher Rekord. Insgesamt überschritt BYD 2025 erstmals die Marke von einer Million Exportfahrzeuge. Für 2026 peilt das Unternehmen 1,3 Millionen Auslandslieferungen an, ein Plus von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Software-Updates für God's Eye sollen in den kommenden Monaten folgen. Ob sie ausreichen, um das Vertrauen in das System wiederherzustellen, wird sich spätestens dann zeigen, wenn BYD morgen die vollständigen Jahreszahlen präsentiert — und Investoren eine erste Bilanz des Preiskampfs auf dem chinesischen Elektrofahrzeugmarkt ziehen können.

BYD-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue BYD-Analyse vom 26. März liefert die Antwort:

Die neusten BYD-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BYD-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 26. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

BYD: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...