Nike gerät im US-Zollstreit zwischen die Fronten: Erst kassierte der Supreme Court weitreichende „Notstands“-Zölle, nur Stunden später folgte aus dem Weißen Haus ein neues Zollpaket. Für Anleger ist das mehr als politisches Rauschen, denn bei Nike hängen Marge und Planungssicherheit stark an den Importkosten. Was heißt das konkret für den Konzern, wenn die Spielregeln im Handel so schnell wechseln?

Gericht stoppt Notstands-Zölle

Der U.S. Supreme Court entschied am 20. Februar mit 6 zu 3 Stimmen, dass die Nutzung des International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) für breite Handelszölle die präsidialen Befugnisse überschritten habe (Fall Learning Resources, Inc. v. Trump). Damit wurden Abgaben aufgehoben, die zuvor bis zu 46% auf Waren aus Vietnam, 49% auf Importe aus Kambodscha und 32% auf Produkte aus Indonesien erreichen konnten.

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Gerade diese Länder sind für Nike zentral. Laut Berichten unter Verweis auf Nikes eigene Angaben entfallen rund 75% der Schuhproduktion auf Vietnam, Kambodscha und Indonesien zusammen. Entsprechend positiv fiel zunächst die Marktreaktion aus – auch, weil Nike für das Geschäftsjahr 2026 bereits mit einem Zoll-Gegenwind von 1,5 Milliarden Dollar kalkuliert hatte.

Weißes Haus kontert – Rally verpufft

Die Erleichterung hielt allerdings nicht lange. Noch am selben Nachmittag kündigte die US-Regierung neue, global angelegte Zölle auf anderer rechtlicher Grundlage an; mehrere Berichte nannten einen Satz von 15%. Die Botschaft für den Markt: Selbst wenn ein Instrument wegfällt, bleiben die Handelskosten für Importeure hoch.

In der Folge drehte die Aktie wieder nach unten. Der Kurs reagierte damit weniger auf „gut“ oder „schlecht“, sondern auf die neue Unsicherheit: Welche Belastung bleibt unterm Strich – und wie stabil ist die Regelung?

Warum Nike besonders sensibel reagiert

Nikes Lieferkette ist stark auf Asien konzentriert. In Vietnam, Indonesien und China wurden laut Unternehmensangaben im Geschäftsjahr 2024 etwa 50%, 27% und 18% des gesamten Nike-Schuhvolumens gefertigt. Damit treffen Zölle das Unternehmen direkter als viele andere US-Konsumtitel.

Dass die Belastung bereits in den Zahlen angekommen ist, zeigte der Bericht zum zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 (veröffentlicht am 18. Dezember 2025): Die Bruttomarge sank um 300 Basispunkte auf 40,6% – laut Nike vor allem wegen höherer Zölle in Nordamerika.

Rückerstattungen? Möglich, aber nicht automatisch

Das Gerichtsurteil öffnet zwar grundsätzlich die Tür für Rückforderungen bereits gezahlter IEEEPA-Zölle. Doch diese Erstattungen laufen nicht von selbst: Importeure müssen individuelle Ansprüche beim U.S. Court of International Trade geltend machen. Laut ING-Analysten sind dort bereits mehr als 1.000 Unternehmen in entsprechenden Verfahren involviert. Ob Nike hier spürbare Rückzahlungen realisieren kann, hängt also auch an Prozessen und Durchsetzung – nicht nur am Urteil.

Im deutschen Handel notiert die Nike-Aktie heute bei 54,35 Euro und liegt damit auf 12-Monats-Sicht rund 30% im Minus – ein Hinweis, wie viel Skepsis aktuell schon eingepreist ist.

Zum nächsten Härtetest wird das Update zu den Q3-Zahlen im März: Entscheidend werden Aussagen dazu sein, wie Nike die Bruttomargen-Prognose, die Preisstrategie und mögliche Anpassungen in der Lieferkette an das neue 15%-Zollregime anpasst – zumal diese Zölle laut Berichtslage nach 150 Tagen ohne Kongressbeschluss auslaufen könnten.

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