Nike Aktie: Hoher Druck
Nike steckt operativ in schwierigen Gewässern, gleichzeitig ist die Bewertung weiter ambitioniert. Schwaches Margenprofil, Rückgänge in Schlüsselregionen und ein deutlicher Gewinneinbruch treffen auf Analysten, die sich nicht einig sind. Für Anleger stellt sich damit die Frage, ob die aktuelle Schwächephase ein längerer Umbau oder nur eine Zwischenstation ist – und genau hier liegt der Kern der aktuellen Diskussion.
Belastende Fundamentaldaten
Auslöser für die Zurückhaltung am Markt sind vor allem die jüngsten Quartalszahlen und der Ausblick. Im Bericht zum zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 meldete Nike Erlöse von 12,4 Milliarden US‑Dollar – lediglich rund 1 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Das Wachstumstempo ist damit deutlich abgeflacht.
Noch schwerer wiegt die Gewinnentwicklung. Im bereits abgeschlossenen Geschäftsjahr 2025 brach der Gewinn je Aktie um 42 % auf 2,16 US‑Dollar ein. Für das laufende Geschäftsjahr 2026 stellt das Management einen weiteren EPS‑Rückgang von 28 % in Aussicht. Die Ertragssituation verschlechtert sich also auf bereits deutlich niedrigerem Niveau erneut.
Mehrere Faktoren drücken dabei auf die Profitabilität:
- Schwäche in China: In der wichtigen Region Greater China setzten die Erlöse im zweiten Quartal spürbar zurück, Berichte sprechen von einem Minus von 16 %.
- Margendruck: Die Bruttomarge fiel um 300 Basispunkte auf 40,6 %. Höhere Zölle und verstärkte Rabattaktionen belasten die Profitabilität.
- Probleme im Direktgeschäft: Die Verkäufe im Segment „Nike Direct“ gingen im zweiten Quartal um 8 % zurück – ein Warnsignal für die Direct-to-Consumer-Strategie, die eigentlich für höhere Margen sorgen soll.
Trotz der Kursschwäche bleibt die Bewertung anspruchsvoll. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei rund dem 38‑fachen Gewinn, während die Dividendenrendite bei etwa 2,5 % liegt. Am Freitag schloss die Aktie bei 64,59 US‑Dollar und damit rund 17 % unter dem 52‑Wochen-Hoch, zugleich aber deutlich über dem Jahrestief – ein Zeichen dafür, dass der Markt zwar skeptisch bleibt, eine Erholung aber nicht vollständig ausschließt.
Analysten uneins über den weiteren Weg
Auf der Analystenseite zeigt sich ein gespaltenes Bild. Barclays-Analystin Adrienne Yih bestätigte am 15. Januar 2026 ihr „Equal Weight“-Rating mit einem Kursziel von 64 US‑Dollar und signalisiert damit aus ihrer Sicht nur begrenztes Aufwärtspotenzial vom aktuellen Niveau aus. Bereits am 8. Januar hatte Needham die Aktie von „Buy“ auf „Hold“ abgestuft – ebenfalls ein Hinweis auf wachsende Vorsicht.
Gleichzeitig bleibt der Konsens insgesamt jedoch positiv. Die durchschnittliche Analysteneinschätzung lautet weiterhin „Buy“, mit einem mittleren Kursziel im Bereich von rund 75 bis 78 US‑Dollar. Das impliziert spürbares Potenzial nach oben, gestützt vor allem auf die starke Marke und kommende Produktzyklen. Die Spanne der Kursziele ist allerdings ungewöhnlich breit: Sie reicht von 62 bis 115 US‑Dollar. Diese große Bandbreite verdeutlicht, wie unterschiedlich die Risiken und Chancen derzeit eingeschätzt werden.
Strategische Schritte in Nischen und Rechtssicherheit
Parallel zu den finanziellen Herausforderungen setzt Nike strategische Akzente abseits der klassischen Kernmärkte. Im Januar 2026 wurde erstmals ein Ausrüstervertrag im professionellen Pickleball bekanntgegeben – mit der Weltranglistenersten Anna Leigh Waters. Damit will der Konzern frühzeitig in einem der am schnellsten wachsenden Sportsegmente in den USA Präsenz zeigen und sich neue Zielgruppen erschließen.
Auf der juristischen Seite hat sich die Lage entspannt. Die langjährige Klage wegen angeblicher Diskriminierung am Arbeitsplatz (Cahill vs. Nike) wurde nach Berichten zufolge bereits 2025 durch einen Vergleich beigelegt. Ein öffentlichkeitswirksamer Prozess bleibt damit aus, was das Risiko weiterer Imageschäden deutlich reduziert.
Fazit: Hohe Erwartungen trotz Bremsspuren
Nike steht derzeit in einem Spannungsfeld aus rückläufigen Gewinnen, Margendruck und einer weiterhin hohen Bewertung. Die Schwäche in China, Probleme im Direktvertrieb und der angekündigte erneute EPS-Rückgang für das Geschäftsjahr 2026 setzen den Konzern klar unter Zugzwang. Gleichzeitig halten viele Analysten an positiven Langfristaussichten fest und trauen der Marke mittelfristig wieder mehr Wachstum und Profitabilität zu. Entscheidend wird in den kommenden Quartalen sein, ob Nike konkrete Fortschritte bei Margen, China-Geschäft und DTC-Strategie vorweisen kann – erst dann dürfte der Markt bereit sein, der Aktie dauerhaft höhere Kurse zuzugestehen.
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