Netflix-Aktien legten am Freitag, 27. Februar, einen ihrer stärksten Tagesgewinne seit Monaten hin – nachdem der Streaming-Riese offiziell aus dem monatelangen Bieterwettstreit um Warner Bros. Discovery ausgestiegen war. Die Reaktion der Wall Street: Standing Ovations für diese Entscheidung.

Mehr als 10 Prozent Plus nach Rückzug

Die Aktie schoss im Nachmittagshandel um über 10 Prozent nach oben. Der Titel bewegte sich zwischen einem Tagestief von 84,80 Dollar und einem Hoch von 96,07 Dollar, bevor er bei 93,23 Dollar schloss. Das Handelsvolumen verdoppelte sich nahezu auf 88,18 Millionen Aktien – deutlich über dem Durchschnitt von 47,06 Millionen.

Die Botschaft des Marktes war eindeutig: Netflix hat die richtige Entscheidung getroffen, nicht zu viel zu zahlen.

2,8 Milliarden Dollar Ausstiegsgebühr statt Übernahme

Im Dezember hatte Netflix noch Paramount ausgestochen und sich einen Deal gesichert, um Warner Bros. Discoverys Studio- und Streaming-Geschäft für 27,75 Dollar je Aktie zu kaufen. Diese Woche erhöhte Paramount sein Angebot für das gesamte Warner Bros. Discovery – inklusive des schwächelnden Kabelgeschäfts – von 30 auf 31 Dollar je Aktie.

Paramount Skydance sicherte sich letztlich Warner Bros. Discovery für 111 Milliarden Dollar. Netflix zog die Reißleine.

Die Co-CEOs Ted Sarandos und Greg Peters erklärten, der Preis für ein konkurrenzfähiges Gebot hätte den Deal finanziell unattraktiv gemacht. In ihrer Stellungnahme hieß es: „Die von uns ausgehandelte Transaktion hätte Mehrwert für Aktionäre geschaffen mit einem klaren Weg zur regulatorischen Zulassung. Zum Preis, der nötig gewesen wäre, um Paramount Skydances jüngstes Angebot zu matchen, ist der Deal nicht länger finanziell attraktiv."

Netflix kassiert stattdessen eine Ausstiegsgebühr von 2,8 Milliarden Dollar.

Analysten loben Finanzdisziplin

Mehrere Wall-Street-Häuser reagierten mit Hochstufungen. Bernstein-Analyst Laurent Yoon bezeichnete den Rückzug als „keineswegs Rückschlag, sondern klugen Schachzug". Huber Research hob Netflix von Neutral auf Overweight an – nach der „richtigen Entscheidung", aus dem Deal auszusteigen.

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Solide Basis auch ohne Zukauf

Netflix kann sich den Verzicht auf die Übernahme leisten. Das Unternehmen erwirtschaftet eine EBIT-Marge von 29,9 Prozent und eine Bruttomarge von 48,5 Prozent. Der Umsatz lag bei 45,18 Milliarden Dollar, mit einem Fünfjahres-Wachstum von rund 12,6 Prozent.

Die Verschuldungsquote beträgt moderate 0,54, gestützt durch eine hohe Zinsdeckung von 17,8. Im Januar hatte Netflix mitgeteilt, dass der Umsatz im vierten Quartal um 18 Prozent stieg und die Marke von 325 Millionen zahlenden Mitgliedern geknackt wurde.

Das Geschäftsmodell hat sich diversifiziert: Die werbegestützte „Standard with Ads"-Variante erreicht 94 Millionen aktive Nutzer monatlich. Seit 2025 setzt Netflix auf Live-Events wie WWE Monday Night Raw und NFL-Spiele an Weihnachten – Formate, die höhere Werbepreise ermöglichen und die Abwanderung senken. Zudem plant das Unternehmen die Wiederaufnahme von Aktienrückkäufen.

Freie Bahn, während Rivalen integrieren

Die Fusion von Paramount Skydance und Warner Bros. Discovery dürfte einer intensiven kartellrechtlichen Prüfung durch die FTC unterzogen werden – ein Prozess, der bis zu 18 Monate dauern könnte. Netflix gewinnt damit ein Zeitfenster, um Marktanteile zu erobern, während Wettbewerber mit der Integration beschäftigt sind.

Zusätzliche Aufmerksamkeit erregt Netflix durch den Einstieg in Sport-Übertragungen: Das Unternehmen kündigte die Live-Übertragung des Kanadischen Formel-1-Grand-Prix an und lizenzierte eine F1-Serie für Apple-TV-Nutzer in den USA.

Mit 2,8 Milliarden Dollar Ausstiegsgebühr, wachsendem Werbegeschäft und über 325 Millionen Abonnenten startet Netflix gestärkt in die nächste Phase des Streaming-Zeitalters.

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