Nestlé sortiert sein Geschäft neu – und das ausgerechnet in einer Phase, in der ein ausgeweiteter Rückruf von Babynahrung operativ für Gegenwind sorgt. Der neue CEO will den Konzern klarer entlang weniger Wachstumstreiber ausrichten. Kann diese Fokussierung die Story wieder stabiler machen, während die Rückruf-Thematik noch nachwirkt?

Gestern schloss die Aktie bei 78,43 CHF. Auf 30 Tage liegt sie zwar 5,23% im Plus, seit Jahresanfang aber weiter 20,38% im Minus – der Titel bleibt also angeschlagen, trotz jüngster Erholung.

Vier Produkt-Säulen als neue Marschrichtung

Laut einem Reuters-Bericht (4. Februar) plant die Konzernführung eine schärfere Ausrichtung auf vier Kategorien:

  • Kaffee
  • Tiernahrung
  • Ernährung & Gesundheit
  • Lebensmittel & Snacks

Damit könnte Nestlé die Basis für eine formale Reorganisation legen. Heute ist der Konzern vor allem regional organisiert (Amerika, Europa, Asien, Ozeanien und Afrika) und zusätzlich in sechs strategische Geschäftseinheiten gegliedert.

Warum die Stoßrichtung? Der Konzern will laut Reuters das Volumenwachstum ankurbeln. Als Treiber nennt Nestlé im Kaffeegeschäft unter anderem Cold-Brew-Produkte sowie das Potenzial durch Menschen, die bislang noch keinen Kaffee trinken. Tiernahrung sieht der Konzern besonders in Asien als Wachstumsfeld, weil der Markt dort weniger entwickelt ist als in Europa oder Amerika. Im Bereich Ernährung stehen laut den Berichten Themen wie gesundes Altern, Frauengesundheit und angepasste Lebensmittel für Nutzer von Gewichtsverlust-Medikamenten im Fokus.

Rückruf ausgeweitet – neue Tests, neue Chargen

Parallel zur strategischen Schärfung belastet ein operatives Thema: Am 4. Februar 2026 weitete Nestlé den Rückruf von Säuglingsnahrung aus. Betroffen sind laut Reuters zusätzliche Chargen der Marken Guigoz (Frankreich) und SMA (Großbritannien). Hintergrund sind neue EU-Analysemethoden für den Cereulide-Toxin-Gehalt.

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Die Europäische Kommission hatte die Mitgliedstaaten aufgefordert, auch flüssige Säuglingsnahrung auf Cereulide-Werte zu untersuchen – zusätzlich zu Pulverprodukten. Nestlé verweist darauf, dass der eigene interne Grenzwert strenger sei als die neue EFSA-Empfehlung. Der ursprüngliche Rückruf habe rund 60 Länder betroffen. In Frankreich prüfen Ermittler zudem einen möglichen Zusammenhang zwischen zwei Todesfällen bei Säuglingen und der zurückgerufenen Guigoz-Formel.

Wasser-Deal und Restrukturierung laufen mit

Neben der Portfolio-Logik wird auch am Wassergeschäft gearbeitet: Laut Bloomberg (4. Februar) hat Nestlé die Deutsche Bank als zusätzlichen Berater engagiert – für einen möglichen Verkauf eines 50%-Anteils, bewertet mit rund 5 Milliarden Euro.

Zudem läuft ein Restrukturierungsprogramm: Laut Financial Times sollen 16.000 Stellen über die nächsten 18 Monate wegfallen. Die Verschuldung lag laut Swissinfo per Juni 2025 bei 60 Milliarden Schweizer Franken.

Wichtige Fakten im Überblick
- Strategie-Säulen: Kaffee, Tiernahrung, Ernährung & Gesundheit, Lebensmittel & Snacks
- Rückruf: Ausweitung auf zusätzliche Chargen (Guigoz Frankreich, SMA UK) wegen neuer EU-Analysemethoden
- Wasser-Geschäft: Möglicher Verkauf von 50% (Bewertung ca. 5 Mrd. EUR), Deutsche Bank als zusätzlicher Berater
- Restrukturierung: 16.000 Stellen in 18 Monaten (laut FT)
- Nächster Termin: 19. Februar 2026 – Jahresergebnisse 2025

Am 19. Februar liefert Nestlé mit den Jahresergebnissen 2025 den nächsten konkreten Datenpunkt – dann wird auch klarer, wie stark Rückruf und Umbaupläne bereits in Zahlen und Ausblick durchschlagen.

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