Der Rüstungselektronik-Spezialist Hensoldt meldet sich im Februar operativ eindrucksvoll zu Wort. Binnen weniger Tage sicherte sich das Unternehmen Verträge mit einem Gesamtvolumen von über einer halben Milliarde Euro. Angesichts der jüngsten Kurskorrektur stellt sich für Investoren die Frage: Bietet das gefüllte Auftragsbuch nun die nötige Substanz für eine Bodenbildung?

Hier sind die Fakten der Woche im Überblick:

  • Großauftrag von KNDS: Über 400 Mio. Euro für Optronik-Systeme der Panzer "Schakal" und "Leopard 2 A8".
  • "Schakal"-Anteil: Rund 290 Mio. Euro entfallen auf 288 Sätze digitaler Ausstattung für den Radschützenpanzer.
  • "Leopard"-Anteil: Über 110 Mio. Euro für 178 Sätze Sichtsysteme.
  • Luftverteidigung: Über 100 Mio. Euro von Diehl Defence für Hochleistungsradare (ESSI).
  • Zeitrahmen: Die Auslieferung der Panzer-Systeme beginnt ab 2027.

Panzer-Deals als Umsatztreiber

Den Löwenanteil der neuen Bestellungen macht ein umfangreiches Paket des Systemhauses KNDS aus. Mit einem Volumen von über 400 Millionen Euro unterstreicht dieser Deal die Bedeutung von Hensoldt bei der Modernisierung europäischer Streitkräfte. Technologisch geht es hierbei um die Umstellung auf digitale, vernetzte Systeme, oft als "Software-Defined Defence" bezeichnet.

Konkret liefert der Konzern 288 komplette Sätze digitaler Optronik für den neuen Radschützenpanzer "Schakal". Ergänzend dazu rüstet das Unternehmen den Kampfpanzer Leopard 2 A8 mit 178 Sätzen digitaler Sichtsysteme aus. Diese Aufträge sichern nicht nur die Auslastung, sondern festigen die Position des Unternehmens als fester Bestandteil der NATO-Verteidigungsarchitektur.

Wichtige Rolle bei "Sky Shield"

Neben der Ausstattung von Bodenfahrzeugen baut Hensoldt seine Präsenz in der Luftverteidigung aus. Bereits zu Wochenbeginn meldete der Konzern Bestellungen im Wert von über 100 Millionen Euro von Diehl Defence. Diese Radarsysteme des Typs TRML-4D sind für die "European Sky Shield Initiative" (ESSI) bestimmt.

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Die Technologie ist in der Lage, bis zu 1.500 Ziele in einem Radius von 250 Kilometern gleichzeitig zu erfassen. Damit liefert Hensoldt eine Schlüsselkomponente für das Luftverteidigungssystem IRIS-T SLM, das aktuell eine hohe Nachfrage in Europa erfährt.

Fundamentale Stärke trifft auf Korrektur

Diese operativen Erfolge treffen auf ein charttechnisch angeschlagenes Umfeld. Die Hensoldt-Aktie notiert aktuell bei 76,35 Euro und hat sich damit deutlich von ihrem 52-Wochen-Hoch bei 115,10 Euro entfernt. Der Abstand zum Höchststand beträgt mittlerweile über 33 Prozent.

Die Diskrepanz zwischen der positiven Auftragslage und der jüngsten Kursentwicklung deutet darauf hin, dass der Markt die künftigen Gewinne teilweise bereits vorweggenommen hatte und nun eine Neubewertung vornimmt. Die neuen Aufträge mit Lieferbeginn ab 2027 wirken hierbei jedoch als langfristiger Stabilisator für das Geschäftsmodell.

Zusammenfassend zeigen die massiven Auftragseingänge, dass der Wachstumspfad des Unternehmens intakt ist. Da die Auslieferung und damit die Umsatzwirksamkeit dieser Projekte erst im Jahr 2027 beginnt, bleibt die Aktie vorerst ein Investment, das Geduld und den Blick auf die langfristigen Verteidigungsausgaben in Europa erfordert.

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