Die Übernahme durch XRG hinterlässt deutliche Spuren in der Börsennotierung des Werkstoffherstellers. Der Vorstand hat nun offiziell den Rückzug aus dem prestigeträchtigen Prime Standard beantragt. Für die verbliebenen Minderheitsaktionäre läutet dieser Schritt die Endphase an der Börse ein.

  • Segmentwechsel: Antrag auf Widerruf der Zulassung zum Prime Standard gestellt.
  • Dominanz: Großaktionär XRG hält über 95 Prozent der Anteile.
  • Konsequenz: Geringere Transparenzpflichten und Kostenreduktion geplant.

Der Wechsel in den General Standard ist eine direkte Folge der veränderten Eigentumsverhältnisse. Da XRG P.J.S.C. (ehemals ADNOC) mittlerweile mehr als 95 Prozent der Aktien kontrolliert, sind die strengen Publizitätspflichten des Prime Standards für Covestro nicht mehr notwendig. Der Vorstand beschloss den Schritt bereits am 22. Januar 2026, um Kosten und Verwaltungsaufwand zu senken. Wirksam wird die Änderung drei Monate nach der offiziellen Veröffentlichung des Widerrufsbeschlusses durch die Frankfurter Wertpapierbörse.

Die Aktie reagierte heute kaum auf die Nachricht und notiert bei 60,58 Euro (-0,20 Prozent). Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 66,00 Euro beträgt derzeit gut 8 Prozent. Der Kursverlauf wird aktuell weniger durch operative Meldungen als durch das laufende Squeeze-out-Verfahren bestimmt, mit dem die verbliebenen Kleinanleger gegen eine Abfindung aus dem Unternehmen gedrängt werden sollen.

Branche im Krisenmodus

Der geordnete Rückzug von der Börse erfolgt inmitten einer schweren Branchenkrise. Die chemische Industrie kämpft weiterhin mit einer schwachen Konjunktur, was die Ergebnisse der Wettbewerber massiv belastet. Während Wacker Chemie für 2025 einen hohen Verlust auswies, reagierte der US-Konkurrent Dow mit einem umfangreichen Stellenabbau auf die Marktlage. Ohne die Übernahme wäre Covestro diesem rauen Marktumfeld ungeschützt ausgesetzt.

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Vorfall in Brunsbüttel

Abseits der Kapitalmarktentscheidungen verzeichnete das Unternehmen einen operativen Zwischenfall am Standort Brunsbüttel. Die Wasserschutzpolizei stellte bei einer Kontrolle am Mittwoch fest, dass ein Schiff an der Covestro-Pier illegal Ballastwasser abgelassen hatte. Dieser Umweltverstoß führte zu einer Sicherheitsleistung, hat jedoch keine materiellen Auswirkungen auf die Unternehmensbewertung.

Der Segmentwechsel markiert lediglich einen administrativen Zwischenschritt auf dem Weg zum vollständigen Börsenabschied. Da die Schwelle von 95 Prozent überschritten ist, liegt der Fokus der verbliebenen Investoren nun fast ausschließlich auf der Festlegung der Barabfindung im Rahmen des Squeeze-outs.

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