Nestlé Aktie: Strategiewende und Rückruf-Drama
Der Schweizer Lebensmittelriese geht mit neuem Kurs ins Jahr 2026 – doch ein Schatten liegt über dem Konzern. Während CEO Philipp Navratil eine klare Fokussierung auf vier Kernbereiche vorantreibt, weitet Nestlé gleichzeitig einen Rückruf von Säuglingsnahrung aus. Die Behörden prüfen einen möglichen Zusammenhang mit zwei Todesfällen bei Säuglingen.
Die wichtigsten Fakten:
- Strategische Neuausrichtung auf vier Produktbereiche: Kaffee, Tiernahrung, Ernährung/Gesundheit sowie Lebensmittel/Snacks
- Rückruf von Säuglingsnahrung in Frankreich und Großbritannien ausgeweitet
- Kontaminiertes Arachidonsäureöl vom chinesischen Lieferanten Cabio Biotech identifiziert
- Jahresergebnisse 2025 werden am 19. Februar 2026 veröffentlicht
- Verkauf des Wassergeschäfts für rund 5 Milliarden Euro im Gespräch
Vier Säulen für die Zukunft
Navratil setzt auf Konzentration statt Vielfalt. Die vier Kernbereiche sollen künftig im Mittelpunkt stehen – finanziert durch Einsparungen aus dem laufenden Effizienzprogramm. Besonders beim Kaffee sieht der Konzern Chancen: Kalt gebrühte Produkte und Märkte mit niedriger Kaffee-Durchdringung gelten als vielversprechend. In der Tiernahrung rückt Asien in den Fokus, wo die Verbreitung deutlich unter europäischen oder amerikanischen Niveaus liegt.
Der Bereich Ernährung und Gesundheit konzentriert sich auf drei Wachstumsfelder: gesundes Altern, Frauengesundheit und speziell angepasste Lebensmittel für Nutzer von Abnehm-Medikamenten. Bei Snacks sollen etablierte Marken wie KitKat und Maggi gestärkt werden.
Toxin-Fund belastet Image
Am 4. Februar weitete Nestlé den Rückruf von Säuglingsnahrung aus. Betroffen sind Chargen der Marke Guigoz in Frankreich und SMA in Großbritannien. Der Grund: Das Toxin Cereulid wurde durch neue EU-Analysemethoden nachgewiesen. Ende November entdeckte Nestlé zunächst niedrige Werte in Produktproben. Am 24. Dezember identifizierte das Unternehmen eine Ölmischung mit Arachidonsäureöl als Kontaminationsquelle.
Das französische Landwirtschaftsministerium benannte den chinesischen Anbieter Cabio Biotech als Quelle des belasteten Öls. Frankreich senkte daraufhin seinen Sicherheitsgrenzwert für Cereulid entsprechend den Empfehlungen der europäischen Lebensmittelbehörde EFSA. Französische Ermittler prüfen einen möglichen Zusammenhang zwischen zwei Todesfällen bei Säuglingen und der zurückgerufenen Nahrung – Beweise liegen bisher nicht vor.
Portfoliobereinigung schreitet voran
Parallel zur strategischen Neuausrichtung treibt Nestlé den Verkauf einer Beteiligung am Wassergeschäft voran. Das Segment wird auf rund 5 Milliarden Euro geschätzt. Die Maßnahme passt in das Bild einer Konzernführung, die sich auf profitablere Bereiche konzentrieren will.
Die Aktie notiert aktuell bei 78,09 CHF und hat seit Jahresbeginn rund 21 Prozent verloren. Am 19. Februar legt Nestlé die Jahresergebnisse 2025 vor – ein Termin, der zeigen wird, ob die strategische Kehrtwende bereits erste Früchte trägt oder ob der Rückruf das Vertrauen nachhaltig beschädigt hat.
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