Während die indische Tochter mit historischen Gewinnzuwächsen glänzt, reicht Foodwatch in Frankreich Strafanzeige gegen den Schweizer Konzern ein. Der Vorwurf: Im Zuge des weltweiten Rückrufs von Säuglingsnahrung soll Nestlé zu spät reagiert haben. Die Aktie beendete die Woche unter diesem Druck bei 72,54 CHF.

Die wichtigsten Fakten:

  • Foodwatch reicht am 29. Januar Klage in Paris ein
  • Vorwurf: Verzögerung zwischen interner Warnung (9. Dezember) und öffentlichem Rückruf (Januar)
  • Rückruf mittlerweile in über 60 Ländern
  • Kontamination durch verunreinigtes Arachidonsäure-Öl eines Drittlieferanten
  • Nestlé India meldet zeitgleich +46% Nettogewinn

Zeitliche Abfolge unter der Lupe

Die Verbraucherschutzorganisation wirft Nestlé schweres Fehlverhalten vor. Der Konzern hatte die niederländischen Behörden bereits am 9. Dezember 2025 über Auffälligkeiten informiert, nachdem interne Tests auf das Toxin Cereulid hingewiesen hatten. Ein umfassender öffentlicher Rückruf erfolgte jedoch erst knapp einen Monat später, Anfang Januar 2026.

Die Klage wird im Namen betroffener Familien geführt. Französische Ermittler prüfen mögliche Zusammenhänge mit gesundheitlichen Komplikationen bei Säuglingen. Die Kontamination geht auf ein verunreinigtes Öl eines externen Zulieferers zurück und hat sich mittlerweile auf 60 Märkte weltweit ausgedehnt.

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Indien als Gegengewicht

Völlig konträr zur europäischen Krisenlage präsentierte sich am Freitag Nestlé India. Die Tochtergesellschaft meldete für das abgelaufene Quartal einen Anstieg des Nettogewinns um 46 Prozent. Der Umsatz erreichte ein neues Rekordhoch, getragen vom stärksten Volumenwachstum seit fünf Jahren.

Das Board kündigte als Signal der Stärke eine Zwischendividende von 7 Rupien je Aktie an. Die Zahlen übertrafen die Markterwartungen deutlich und unterstreichen die Bedeutung der Schwellenländer für den Gesamtkonzern.

Markt wartet auf Klarheit

Investoren wägen derzeit ab, ob die operativen Erfolge in Asien ausreichen, um den drohenden Reputationsschaden und mögliche juristische Folgekosten in Europa zu kompensieren. Die Aktie notiert mit 95,16 USD rund 4,5 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch, das sie erst zum Jahreswechsel markiert hatte.

Am 19. Februar 2026 legt Nestlé die geprüften Jahresergebnisse vor. Dann dürfte der Konzern detailliert zu den finanziellen Rückstellungen für die laufenden Rückrufaktionen Stellung nehmen müssen.

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