Nebius setzt kurz vor den Quartalszahlen auf einen strategischen Zukauf. Der KI-Cloud-Anbieter will Tavily übernehmen, einen Spezialisten für „agentic search“-Infrastruktur. Damit erweitert Nebius sein Angebot ausgerechnet in einem Marktsegment, das laut Unternehmensangaben stark wachsen soll.

Worauf zielt der Schritt – und was erwarten Analysten von den Zahlen, die heute vor Börsenstart kommen?

  • Übernahmeziel: Tavily (Agentic-Search-Infrastruktur)
  • Q4-Umsatzschätzung: rund 232 bis 247 Mio. US-Dollar
  • Erwartetes Umsatzwachstum (YoY): etwa +550%
  • Abschluss der Transaktion: in den kommenden Wochen (Kaufpreis offen)

Tavily soll Echtzeit-Suche in die Plattform bringen

Mit Tavily holt sich Nebius Technologie ins Haus, die KI-Agenten beim Navigieren im Web, beim Verifizieren von Fakten und beim Ausführen komplexerer Aufgaben unterstützen soll. Laut Mitteilung wird damit Echtzeit-Suchinfrastruktur direkt in die eigene KI-Cloud-Plattform integriert.

Die Tavily-Technik soll zudem die Nebius Token Factory ergänzen, also die Inference-Lösung für Open-Source-Modelle. Tavily-Gründer und CEO Rotem Weiss wechselt mit dem Team zu Nebius und soll die Produktentwicklung unter der bisherigen Marke weiterführen.

Zu den von Nebius genannten Kennzahlen von Tavily zählen über 3 Millionen monatliche SDK-Downloads (organisch) sowie eine Entwickler-Community von mehr als einer Million Nutzern. Als Kunden werden IBM, Cohere und Groq genannt.

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Quartalszahlen: Starkes Wachstum, aber höhere Verluste erwartet

Nebius legt die Zahlen für das vierte Quartal 2025 heute vor Börsenstart vor. Für den Umsatz liegt die Konsensschätzung laut Zacks bei rund 232 bis 247 Mio. US-Dollar – das entspräche etwa 550% Wachstum gegenüber dem Vorjahr.

Beim Ergebnis rechnen Beobachter dagegen weiter mit roten Zahlen. Die Erwartungen für den Quartalsverlust reichen von 0,44 US-Dollar bis 1,03 US-Dollar je Aktie, nach 0,37 US-Dollar Verlust im Vorjahresquartal. Als Grund wird ein höheres Ausgabeniveau für Infrastruktur und Kapazitätsausbau genannt.

Zu Analystenstimmen: Morgan Stanley bleibt bei Equal-Weight und nennt ein Kursziel von 126 US-Dollar. Freedom Capital Markets startete die Beobachtung mit Buy und einem Ziel von 108 US-Dollar.

Ausbau der Rechenzentrums-Kapazitäten läuft weiter

Parallel treibt Nebius den Ausbau seiner Rechenzentrums-Basis voran. Das Unternehmen hat laut Zacks sein Ziel für vertraglich gesicherte Stromleistung bis 2026 auf 2,5 Gigawatt erhöht (zuvor 1 Gigawatt). Bis Ende 2026 erwartet Nebius 800 Megawatt bis 1 Gigawatt vollständig angeschlossene, betriebsbereite Kapazität.

Als Wachstumstreiber nennt das Unternehmen zudem mehrjährige, großvolumige Vereinbarungen mit Microsoft und Meta. Für Microsoft werden Vertragswerte von 17,4 bis 19,4 Mrd. US-Dollar berichtet, für Meta bis zu 3 Mrd. US-Dollar.

Im Fokus steht damit heute vor allem, ob die angekündigte Wachstumsdynamik die steigenden Kosten für Infrastruktur und Kapazitätserweiterung im Q4 erneut sichtbar überlagert.

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