Nach dem heftigen Kursrutsch am 20. Februar hat sich die Nebius-Aktie in den Sitzungen vom 23. und 24. Februar spürbar stabilisiert. Rückenwind kam dabei gleich von zwei Seiten: Ein deutlich höheres Kursziel von Northland Securities und neue Fantasie rund um Metas geplante Milliardeninvestitionen in KI-Infrastruktur. Doch wie belastbar ist die neue Zuversicht nach den zuletzt volatilen Wochen?

Höchstes bekanntes Kursziel

Northland Securities hob gestern das Kursziel für Nebius auf 232 US-Dollar an, nach zuvor 211 US-Dollar, und beließ die Einstufung bei „Outperform“. Damit markiert die Schätzung laut den genannten Datendiensten das derzeit höchste öffentlich bekannte Analysten-Kursziel für den Titel.

Breiter gefasst bleibt das Bild gemischt, aber überwiegend positiv: Der Analystenkonsens liegt bei „Moderate Buy“, das durchschnittliche 12-Monats-Kursziel wird mit 143,22 US-Dollar angegeben. In der aktuellen Verteilung stehen zwei „Strong Buy“, sieben „Buy“, ein „Hold“ und ein „Sell“.

Meta-Investitionen als zusätzlicher Treiber

Ein weiterer Impuls kam von Meta Platforms: Der Konzern stellte für 2026 Investitionen (CapEx) von 115 bis 135 Milliarden US-Dollar in Aussicht – ein Plus von rund 74% gegenüber dem Vorjahr. Ein wesentlicher Teil davon soll in Nvidia-GPU-Kapazitäten fließen, unter anderem über Cloud-Partnernetzwerke, in denen Nebius aktiv ist.

Nebius verweist hier bereits auf konkrete Vertragssubstanz: Im November 2025 wurde ein Fünfjahresvertrag mit Meta über 3 Milliarden US-Dollar abgeschlossen. Zusätzlich besteht ein mehrjähriger Vertrag mit Microsoft im Wert von über 19 Milliarden US-Dollar. Zusammengenommen stützt das einen Auftragsbestand, der laut der zitierten Quelle inzwischen über 22 Milliarden US-Dollar liegen soll.

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Zahlen, Ausblick – und die anhaltende Volatilität

Die jüngsten Kursschwankungen hängen auch mit den Q4-Zahlen 2025 zusammen, die am 12. Februar veröffentlicht wurden. Zwar stieg der Quartalsumsatz auf 227,7 Millionen US-Dollar (+547% zum Vorjahr), lag damit aber unter den Erwartungen von rund 246 Millionen US-Dollar. Für das Gesamtjahr 2025 meldete das Unternehmen 529,8 Millionen US-Dollar Umsatz (+479%). Positiv fiel zudem die annualisierte Run-Rate (ARR) aus: 1,25 Milliarden US-Dollar per Ende 2025 und damit über der eigenen Zielspanne von 900 Millionen bis 1,1 Milliarden US-Dollar.

Auf der Profitabilitätsseite meldete Nebius ein Q4-EBITDA (adjusted) von 15,0 Millionen US-Dollar – das erste Quartal mit positivem bereinigtem EBITDA auf Gruppenebene. Gleichzeitig belasteten laut Quelltext der Umsatz-„Miss“ und der Ausblick auf 2026: Die Umsatzprognose für 2026 liegt bei 3,0 bis 3,4 Milliarden US-Dollar. Am 20. Februar fiel die Aktie daraufhin um 9% auf 97,92 US-Dollar, begleitet von erhöhtem Handelsvolumen (17,2 Millionen Aktien). Zusätzlich standen KI-Infrastrukturwerte insgesamt unter Druck; genannt werden CoreWeave und Iren, auch im Zusammenhang mit Zoll-Sorgen.

Kapazitätsausbau läuft auf Hochtouren

Trotz der kurzfristigen Enttäuschung beim Umsatztempo treibt Nebius den Ausbau weiter aggressiv voran. Laut Aktionärsbrief beendete das Unternehmen 2025 mit rund 170 Megawatt aktiver Leistung und übertraf damit das ursprüngliche Ziel von 100 MW deutlich. Zudem wurden neun neue Rechenzentrums-Standorte in den USA sowie in EMEA angekündigt.

Für Ende 2026 erhöhte das Management das Ziel für vertraglich gebundene Leistung auf über 3 Gigawatt (zuvor 2,5 GW). Der CFO sagte in der Ergebnis-Telefonkonferenz, die Meta-Deployments seien Anfang Februar live gegangen. Der Microsoft-Vertrag soll den Umsatz vor allem in der zweiten Jahreshälfte 2026 stärker anschieben.

Zum Investitionsrahmen passt das: Für 2026 plant Nebius CapEx von 16 bis 20 Milliarden US-Dollar.

Am 29. April stehen die nächsten Quartalszahlen an – dann wird sich zeigen, ob Nebius die vertraglich gesicherte Kapazität in dem Tempo in ausgewiesene Umsätze überführen kann, das der Markt nach den starken Ausbauplänen und der hohen Bewertung einpreist.

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