Nebius gewinnt nach einer turbulenten Vorwoche wieder an Boden. Nach den Zahlen zum vierten Quartal 2025 und mehreren strategischen Updates richtet sich der Blick vieler Anleger darauf, ob das Unternehmen seine ambitionierten Ziele für 2026 auch operativ liefern kann.

Am Montag kletterte die Aktie im Tagesverlauf um 2,7% auf 100,61 US-Dollar und überschritt damit erneut die psychologisch wichtige 100-Dollar-Marke. Zwischenzeitlich ging es bis auf 101,16 US-Dollar hoch. Am Freitag hatte der Kurs noch bei 97,92 US-Dollar geschlossen – nach einem deutlichen Tagesminus von 9%. Auffällig: Mit rund 8,8 Millionen gehandelten Aktien lag das Volumen unter dem durchschnittlichen Tageswert von etwa 13,8 Millionen.

Q4-Zahlen verfehlen Erwartungen – Ausblick deutlich stärker

Im vierten Quartal 2025 meldete Nebius einen Umsatz von 227,7 Mio. US-Dollar. Das entspricht zwar einem Plus von 547% gegenüber dem Vorjahr, lag aber unter der Analystenschätzung von 246,05 Mio. US-Dollar. Auch beim Ergebnis blieb das Unternehmen hinter den Erwartungen: Der Verlust je Aktie betrug 0,69 US-Dollar, erwartet worden waren -0,42 US-Dollar.

Der spannendere Teil steckte jedoch im Ausblick und in den operativen Kennzahlen aus dem Earnings Call. „Active power“ erreichte 170 Megawatt und lag damit klar über der zuvor kommunizierten Zielmarke von 100 Megawatt. Die zum Jahresende annualisierten wiederkehrenden Erlöse (ARR) stiegen auf 1,25 Mrd. US-Dollar, ein Plus von 127% gegenüber dem Vorquartal. Für 2026 stellt Nebius 3,0 bis 3,4 Mrd. US-Dollar Umsatz in Aussicht. Das ARR-Ziel zum Jahresende 2026 bestätigte das Management mit 7 bis 9 Mrd. US-Dollar. Außerdem hob das Unternehmen die Prognose für vertraglich gesicherte Leistung („contracted power“) von über 2,5 Gigawatt auf mehr als 3 Gigawatt an.

Nach Angaben des Managements ist die Kapazität zudem bis einschließlich Q1 2026 ausverkauft. Nachfrage werde häufig bereits gebunden, bevor Infrastruktur überhaupt ans Netz gehe.

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Meta und Microsoft als wichtige Anker

Zwei große Hyperscaler-Verträge prägen den Blick auf 2026. Bei Meta wurde die Kapazität laut Unternehmensangaben Anfang Februar vollständig ausgerollt, Nebius bedient den Vertrag nun komplett. Für 2026 erwartet das Unternehmen, beim ersten Teilabschnitt 12 Monate Umsatz zu verbuchen und beim zweiten rund 11 Monate.

Bei Microsoft wurde der erste Teilabschnitt planmäßig im November 2025 geliefert. Weitere Tranchen sollen im Laufe von 2026 folgen, mehr als die Hälfte davon in der zweiten Jahreshälfte. Der volle jährliche Umsatzbeitrag („run rate“) wird nach Unternehmensdarstellung ab 2027 erwartet. Ein von Yahoo Finance zitierter Morningstar-Bericht spricht in diesem Zusammenhang von einer mehrjährigen Umsatzvereinbarung über 17 Mrd. US-Dollar, unter der Microsoft seit September 2025 zu einem großen Kunden wurde.

Zukauf und Milliarden-Investitionen

Zusätzlich kündigte Nebius die Übernahme von Tavily an. Der Deal wird mit 275 Mio. US-Dollar beziffert. Tavily bringt KI-gestützte Suchwerkzeuge mit Fokus auf Finanzhandel und Programmierung ein. Das Management ordnete die Akquisition als langfristigen Schritt zur Erweiterung der Plattformfähigkeiten für vertikale KI-Anwendungen ein – nicht als kurzfristigen Ergebnishebel.

Parallel plant Nebius für 2026 Investitionen (CapEx) von 16 bis 20 Mrd. US-Dollar. Neun neue Rechenzentren weltweit sind angekündigt. Beim Ausbauziel bleibt es: Bis Ende 2026 sollen 800 Megawatt bis 1 Gigawatt an verfügbarer Rechenzentrumskapazität bereitstehen.

Zum Kontext: Die Marktkapitalisierung lag zuletzt bei rund 25,3 Mrd. US-Dollar.

Im Analystenbild bleibt der Grundton positiv. MarketBeat nennt ein durchschnittliches Rating von „Moderate Buy“ und ein Konsens-Kursziel von 143,22 US-Dollar. Genannt werden unter anderem eine bekräftigte Kaufempfehlung von BWS Financial und eine neu aufgenommene Beobachtung durch Compass Point.

Entscheidend für die nächsten Monate ist die Umsetzung: Der Umsatzausblick für 2026 ist hoch, die Investitionsplanung ebenso. Ob die zugesagte Kapazitätserweiterung und die Hyperscaler-Verträge wie geplant in Umsatz umschlagen, wird sich entlang der 2026-Tranchen – vor allem in der zweiten Jahreshälfte – messen lassen.

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