Die Nebius-Aktie verlor am Freitag, den 20. Februar, 9% an Wert und schloss bei 97,92 Dollar. Der Grund: Ein branchenweiter Ausverkauf erfasste AI-Infrastrukturaktien. Auslöser war ein Finanzierungsproblem bei CoreWeave, das Zweifel an der Tragfähigkeit kapitalintensiver Datacenter-Projekte weckte. Für Nebius kam der Rückschlag überraschend – die Aktie war in der Woche zuvor um über 20% gestiegen, nachdem das Unternehmen starke Quartalszahlen und ambitionierte Jahresprognosen vorgelegt hatte.

CoreWeave-Bericht löst Abwärtsspirale aus

Der Verkaufsdruck entstand, nachdem bekannt wurde, dass Blue Owl Capital keine Fremdfinanzierung für ein Datacenter-Projekt erhielt, bei dem CoreWeave als Hauptmieter vorgesehen war. Kreditgeber verweigerten die Teilnahme mit Verweis auf Bedenken zur Kreditwürdigkeit von CoreWeave. Zusätzlich stufte Morgan Stanley CoreWeave am selben Tag mit „Hold" ein. Die Verunsicherung griff auf andere AI-Cloud-Anbieter über, darunter Nebius.

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Starke Q4-Zahlen hatten Kursrally befeuert

Nur acht Tage zuvor hatte Nebius am 12. Februar Quartalsergebnisse vorgelegt, die den Kurs deutlich angetrieben hatten:

  • Konzernumsatz erreichte 227,7 Mio. Dollar im Q4, ein Plus von 547% im Jahresvergleich
  • ARR im Core AI Cloud-Geschäft stieg auf 1,2 Mrd. Dollar zum Jahresende – über der oberen Guidance-Grenze
  • Core Cloud-Umsatz wuchs um 830% gegenüber Vorjahr
  • Bereinigte EBITDA-Marge im Core Cloud-Segment verbesserte sich auf 24% (Q3: 19%)
  • Cashbestand zum Jahresende: 3,7 Mrd. Dollar, operativer Cashflow im Q4: 834 Mio. Dollar

Das Management bekräftigte das Ziel, bis Ende 2026 einen annualisierten Run-Rate-Umsatz von 7 bis 9 Mrd. Dollar zu erreichen. Für das Gesamtjahr 2026 liegt die Umsatzprognose bei 3,0 bis 3,4 Mrd. Dollar.

Massive Investitionen geplant – Bilanz unter der Lupe

Nebius plant für 2026 Investitionsausgaben zwischen 16 und 20 Mrd. Dollar. Das Unternehmen kündigte neun neue Rechenzentren in den USA, Frankreich, Israel und Großbritannien an. Die kontrahierte Stromleistung wurde auf über 3 Gigawatt angehoben, zuvor lagen die Planungen bei 2,5 Gigawatt.

CFO Ofir Naveh betonte im Earnings Call, Nebius habe „keine Unternehmensschulden" und „keine Asset-Backed-Finanzierungen". Diese Aussage bezieht sich auf klassische Bankkredite und besicherte Darlehen – nicht auf die ausstehenden Wandelanleihen des Unternehmens.

Die Bilanz zum 31. Dezember 2025 zeigt langfristige Verbindlichkeiten von 4.103,2 Mio. Dollar und kurzfristige Schulden von 24,5 Mio. Dollar. Diese stammen hauptsächlich aus zwei Wandelanleihe-Emissionen 2025: 1 Mrd. Dollar im Juni und 2,75 Mrd. Dollar im September. Bei einem Cashbestand von 3,7 Mrd. Dollar ergibt sich eine Netto-Schuldenlast von rund 450 Mio. Dollar.

Etwa 60% des CapEx-Bedarfs 2026 sollen aus operativem Cashflow finanziert werden. Den Rest will das Management über weitere Finanzierungsquellen decken – darunter mögliche Unternehmensanleihen, Asset-Backed-Finanzierungen und ein noch nicht genutztes Equity-Programm.

Hyperscaler-Verträge laufen planmäßig

Der Vertrag mit Meta wurde Anfang Februar vollständig ausgeliefert. Im ersten Jahr 2026 werden zwölf Monate Umsatz aus dieser ersten Tranche erwartet. Der Microsoft-Vertrag – Teil einer mehrjährigen Vereinbarung mit einem berichteten Volumen von 17 Mrd. Dollar – lieferte die erste Tranche pünktlich im November. Weitere Tranchen folgen im Jahresverlauf 2026.

Fundamentaldaten treffen auf Branchenskepsis

Der Kursrückschlag zeigt, wie empfindlich der AI-Infrastruktursektor auf Finanzierungsthemen reagiert. Auch wenn die CoreWeave-Probleme Nebius nicht direkt betreffen, wirken sich Kreditbedenken über die gesamte Branche aus. Nebius steht mit 3,7 Mrd. Dollar Cash solide da, trägt aber auch 4,1 Mrd. Dollar an Wandelanleihen. Ob das Unternehmen sein operatives Wachstum in die angepeilten Umsatzziele ummünzen kann, wird sich in den kommenden Quartalen zeigen – insbesondere bei den hohen Investitionen für 2026.

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