Microsoft liefert Rekordergebnisse – und verliert trotzdem 357 Milliarden Dollar an Börsenwert. Am 30. Januar stürzte die Aktie um rund 10 Prozent ab, der größte Dollar-Verlust in der Unternehmensgeschichte. Der Grund: Trotz starker Zahlen zweifeln Anleger an der Rendite milliardenschwerer KI-Investitionen.

Die Quartalszahlen vom 28. Januar übertrafen die Erwartungen deutlich. Der Umsatz kletterte um 17 Prozent auf 81,3 Milliarden Dollar, das bereinigte Ergebnis je Aktie legte um 24 Prozent auf 4,14 Dollar zu – über dem Konsens von 3,97 Dollar. Erstmals knackte die Cloud-Sparte die 50-Milliarden-Marke.

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Azure wächst – aber nicht schnell genug

Das Problem liegt im Detail. Azure steigerte den Umsatz um 39 Prozent in konstanter Währung. Das übertrifft zwar die eigene Prognose, blieb aber unter der Flüsterschätzung von 39,4 Prozent der Wall Street. In einem Markt, der von KI-Euphorie getrieben ist, reicht „gut" offenbar nicht mehr aus.

Noch schwerer wiegen die Investitionsausgaben: 37,5 Milliarden Dollar im Quartal, ein Plus von 66 Prozent zum Vorjahr. Analysten hatten mit 34,3 Milliarden gerechnet. Microsoft baut massiv Rechenzentren für KI-Anwendungen – doch wann diese Infrastruktur Gewinne abwirft, bleibt unklar.

Die Segmente im Überblick:

  • Intelligent Cloud: 32,9 Milliarden Dollar (+29%)
  • Produktivität & Geschäftsprozesse: 34,1 Milliarden Dollar (+16%)
  • Persönliches Computing: 14,3 Milliarden Dollar (-3%)

OpenAI-Abhängigkeit birgt Risiken

Ein weiterer Unsicherheitsfaktor: 45 Prozent des kommerziellen Auftragsbestands von 625 Milliarden Dollar stammen aus der 250-Milliarden-Verpflichtung von OpenAI. Diese Konzentration macht nervös. CFO Amy Hood betonte zwar, die verbleibenden 55 Prozent seien „größer und diversifizierter als bei den meisten Wettbewerbern" – doch die Klumpenrisiken bleiben sichtbar.

Bei Microsoft 365 Copilot, dem KI-Assistenten für Bürosoftware, gab das Unternehmen erstmals konkrete Zahlen bekannt: 15 Millionen zahlende Nutzer. Das klingt beeindruckend, entspricht aber nur gut 3 Prozent der 450 Millionen kommerziellen Microsoft-365-Nutzer. Die KI-Monetarisierung steht noch am Anfang.

Ausblick gedämpft

Für das laufende dritte Quartal rechnet Microsoft mit 80,65 bis 81,75 Milliarden Dollar Umsatz – ein Wachstum von 15 bis 17 Prozent. Die operative Marge dürfte durch anhaltende KI-Investitionen leicht sinken. CEO Satya Nadella bleibt optimistisch: „Wir stehen erst am Anfang der KI-Diffusion, und Microsoft hat bereits ein KI-Geschäft aufgebaut, das größer ist als einige unserer größten Franchises."

Die Zahlen geben ihm recht – die Börse fordert jedoch konkretere Beweise, dass sich die Milliarden-Wetten auch auszahlen.

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