Microsoft Aktie: Fragliches Gewässer!
Es wirkt fast paradox: Microsoft übertrifft die Erwartungen bei Umsatz und Gewinn deutlich, doch die Aktie erlebt den schlimmsten Tagesverlust seit dem Jahr 2020. Anleger straften den Tech-Giganten am Freitag mit einem Minus von rund 10 Prozent ab, was hunderte Milliarden an Börsenwert vernichtete. Der Grund für den massiven Abverkauf liegt nicht in der Gegenwart, sondern in den immensen Kosten für die KI-Zukunft und spürbaren Engpässen in der Cloud-Sparte.
Starke Zahlen, aber Sorgen in der Cloud
Auf den ersten Blick lieferte Microsoft im zweiten Geschäftsquartal 2026 beeindruckende Ergebnisse. Der Umsatz kletterte um 17 Prozent auf 81,3 Milliarden Dollar, und der Gewinn pro Aktie übertraf mit 4,14 Dollar die Prognosen der Analysten klar. Auch die wichtige Cloud-Sparte durchbrach erstmals die Umsatzschwelle von 50 Milliarden Dollar.
Doch die Börse blickt auf die Details, und hier offenbarte sich ein Problem bei der Wachstumslokomotive Azure. Das Wachstum lag mit 39 Prozent hauchdünn unter den Erwartungen der Wall Street (39,4 Prozent). Finanzchefin Amy Hood lieferte eine Erklärung, die sowohl Chance als auch Risiko birgt: Microsoft hätte mehr Cloud-Dienste verkaufen können, musste aber Rechenzentrumskapazitäten für eigene interne KI-Anwendungen priorisieren. Die Nachfrage übersteigt also das Angebot.
Investitionen explodieren
Um diesen Engpass zu beheben, nimmt CEO Satya Nadella gewaltige Summen in die Hand. Die Investitionsausgaben (CapEx) sprangen im Vergleich zum Vorjahr um 66 Prozent auf 37,5 Milliarden Dollar an. Allein im letzten Quartal fügte das Unternehmen fast ein Gigawatt an Kapazität hinzu.
Diese Ausgabenoffensive drückt auf die Profitabilität. Der Ausblick für die operative Marge im kommenden Quartal liegt mit 45,1 Prozent unter den Erwartungen der Analysten. Investoren stellen sich zunehmend die Frage, wann diese massiven Ausgaben entsprechende Renditen abwerfen, auch wenn der Bereich "More Personal Computing" durch Schwächen im Gaming-Sektor (Xbox-Inhalte minus 5 Prozent) zusätzlich belastete.
Hoffnungsträger KI und Auftragsbestand
Trotz der kurzfristigen Margensorgen gibt es fundamentale Lichtblicke bei der KI-Strategie. Microsoft gab erstmals bekannt, dass das "Copilot"-Add-on für Microsoft 365 mittlerweile 15 Millionen zahlende Nutzer im kommerziellen Bereich zählt. Angesichts von über 450 Millionen gewerblichen Nutzern insgesamt besteht hier noch erhebliches Wachstumspotenzial.
Ein weiteres Signal der Stärke ist der Auftragsbestand: Die vertraglich gesicherten zukünftigen Einnahmen schossen um 110 Prozent auf 625 Milliarden Dollar nach oben. Ein Großteil dieses Sprungs ist auf eine 250-Milliarden-Dollar-Verpflichtung von OpenAI zurückzuführen, was die enge Verzahnung der beiden Unternehmen unterstreicht.
Fazit
Die Marktreaktion hat deutliche Spuren im Chart hinterlassen: Mit einem Minus von fast 8 Prozent seit Jahresanfang notiert die Aktie nun unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Ob die Strategie der massiven Infrastruktur-Investitionen aufgeht, wird das Management spätestens beim nächsten Berichtstermin am 29. April 2026 erneut belegen müssen. Bis dahin dürften die hohen Kosten das vorherrschende Thema bleiben.
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