Microsoft Aktie: Kostenfaktor KI
Microsoft liefert beim Wachstum weiter ab – doch ausgerechnet der KI-Boom macht Anleger vorsichtiger. Der Grund: Die Investitionen in Rechenzentren und Chips ziehen rasant an und schieben die Frage in den Vordergrund, wann sich dieser Kraftakt in spürbaren Erträgen niederschlägt. Genau dieser Zeithorizont wird nun zum entscheidenden Thema für die Aktie.
Starkes Quartal – aber teurer Preis
Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 übertraf Microsoft die Erwartungen: Der Umsatz stieg auf 81,3 Mrd. US-Dollar (+17% zum Vorjahr), das bereinigte Ergebnis je Aktie kletterte auf 4,14 US-Dollar (+24%). Vor allem das Segment „Intelligent Cloud“ blieb der Motor und wuchs auf 32,9 Mrd. US-Dollar (+29%).
Doch der Blick der Märkte wanderte schnell auf die Kostenseite. Die Investitionsausgaben (Capex) schossen im Quartal um 66% auf 37,5 Mrd. US-Dollar nach oben – getrieben durch den massiven Ausbau von KI-Infrastruktur, also neuen Datenzentren und zusätzlicher Hardware für generative KI-Anwendungen. Das Management stellte zudem klar: Das ist erst der Anfang. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet Microsoft mit Capex von über 100 Mrd. US-Dollar.
Azure wächst weiter – Momentum leicht gedämpft
Auch die Cloud-Story bleibt intakt: „Microsoft Cloud“ knackte mit 51,5 Mrd. US-Dollar erstmals die Marke von 50 Mrd. im Quartal (+26%). Bei Azure gab es allerdings eine kleine Bremsspur: Das Wachstum lag bei 39% (38% währungsbereinigt), nach 40% im Vorquartal.
Wichtig ist dabei der Kontext: Analysten führen die leichte Abschwächung laut Bericht eher auf Angebots- bzw. Kapazitätsgrenzen zurück – nicht auf schwächere Nachfrage. Passend dazu schnellte der Auftragsbestand (Remaining Performance Obligations) auf 625 Mrd. US-Dollar hoch (+110%). Rund 45% davon entfallen auf langfristige Verpflichtungen im Zusammenhang mit OpenAI.
Die zentralen Punkte in Kürze:
- Umsatz: 81,3 Mrd. USD (+17%)
- Bereinigtes EPS: 4,14 USD (+24%)
- Capex: 37,5 Mrd. USD (+66%); FY2026 > 100 Mrd. USD erwartet
- Azure-Wachstum: 39% (leicht unter Vorquartal)
- Auftragsbestand: 625 Mrd. USD (+110%), davon ~45% OpenAI-bezogen
Analysten justieren – Fokus auf Monetarisierung
Nach den Zahlen passten mehrere Häuser ihre Kursziele an, um das höhere Kostenumfeld einzupreisen: JP Morgan senkte von 575 auf 550 US-Dollar (bei „Overweight“), Barclays reduzierte am 12. Januar von 625 auf 610 US-Dollar.
Im Mittelpunkt steht nun, wie effizient Microsoft seine „Copilot“-Produkte monetarisieren kann. Die Verbreitung von Microsoft 365 Copilot wird aktuell auf etwa 3% der potenziellen Basis geschätzt – rund 15 Millionen „Seats“. Die entscheidende Frage lautet: Wie schnell wird aus hoher KI-Nachfrage auch hochmargiges Geschäft?
Abseits der Fundamentaldaten zeigt der Kurs kurzfristig Gegenwind: Am Freitag schloss die Aktie bei 435,31 US-Dollar, auf 30-Tage-Sicht steht ein Minus von 9,95% zu Buche.
Für das dritte Quartal stellte Microsoft einen Umsatz von 80,65 bis 81,75 Mrd. US-Dollar in Aussicht. Der nächste Prüfstein wird damit, ob das starke Cloud-Wachstum die steigenden Infrastrukturkosten sichtbar kompensieren kann – und ob Copilot & Co. den Umsatz schneller skalieren, als die Investitionswelle die Margen belastet.
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