Microsoft Aktie: Verhaltene Hoffnung!
Microsoft hat am Dienstag Zahlen vorgelegt, die auf dem Papier beeindrucken: 81,3 Milliarden Dollar Umsatz, ein Gewinnsprung von 60 Prozent, und erstmals mehr als 50 Milliarden Dollar allein mit Cloud-Geschäften. Trotzdem brach die Aktie um rund 10 Prozent ein. Der Grund: Anleger sorgen sich um das verlangsamte Wachstum bei Azure und die explodierenden Investitionen in KI-Infrastruktur.
Die Zahlen im Detail
Im zweiten Geschäftsquartal 2026 steigerte Microsoft den Umsatz um 17 Prozent auf 81,3 Milliarden Dollar – über den Erwartungen von 80,3 Milliarden. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 4,14 Dollar ebenfalls über der Analystenschätzung von 3,97 Dollar. Das operative Ergebnis kletterte um 21 Prozent auf 38,3 Milliarden Dollar.
Die Microsoft Cloud durchbrach erstmals die 50-Milliarden-Marke und erreichte 51,5 Milliarden Dollar, ein Plus von 26 Prozent. Der kommerzielle Auftragsbestand explodierte regelrecht: um 110 Prozent auf 625 Milliarden Dollar – allerdings ist fast die Hälfte davon an die Cloud-Verpflichtung von OpenAI gebunden.
Azure enttäuscht – Ausgaben alarmieren
Das Problem liegt nicht in der absoluten Performance, sondern in der Entwicklung: Azure und andere Cloud-Dienste wuchsen nur noch um 39 Prozent, nach 40 Prozent im Vorquartal. Diese Verlangsamung reichte, um die Stimmung kippen zu lassen.
Gleichzeitig schoss Microsoft die Investitionsausgaben in die Höhe. 37,5 Milliarden Dollar flossen im Quartal in Rechenzentren und Ausrüstung – 66 Prozent mehr als im Vorjahr und deutlich über den erwarteten 34,3 Milliarden. Rund zwei Drittel dieser Summe entfielen auf kurzlebige Assets wie GPUs und CPUs für KI-Anwendungen.
CEO Satya Nadella verteidigte die Strategie: „Wir stehen erst am Anfang der KI-Diffusion, und Microsoft hat bereits ein KI-Geschäft aufgebaut, das größer ist als einige unserer größten Franchises." CFO Amy Hood ergänzte, die Kundennachfrage übersteige weiterhin das Angebot – weitere Investitionen seien unausweichlich.
Druck auf die Margen
Die massiven Ausgaben hinterlassen Spuren: Die Bruttomarge lag bei 68 Prozent – der schmalste Wert seit drei Jahren. Für das laufende dritte Geschäftsquartal rechnet Microsoft mit einer operativen Marge von 45,1 Prozent, unter den Erwartungen von 45,5 Prozent.
Beim Umsatz peilt das Unternehmen 80,65 bis 81,75 Milliarden Dollar an, das Azure-Wachstum soll sich auf 37 bis 38 Prozent (konstante Währungen) verlangsamen. Die Prognose traf zwar die Konsensschätzungen, bot aber keinen positiven Überraschungsmoment.
Unterschiedliche Segmentdynamik
Die Sparte Productivity and Business Processes erzielte 34,1 Milliarden Dollar (+16 Prozent). Microsoft 365 Copilot legte kräftig zu: Die Zahl der bezahlten Lizenzen stieg um über 160 Prozent auf 15 Millionen.
Intelligent Cloud brachte 32,9 Milliarden Dollar ein (+29 Prozent), während More Personal Computing mit 14,3 Milliarden Dollar um 3 Prozent zurückfiel. Im Gaming-Bereich ging der Umsatz um 9 Prozent zurück, Xbox-Inhalte und -Dienste verloren 5 Prozent.
Anleger rechnen mit Gegenwind
Die Aktie notiert aktuell bei 425,11 Dollar und damit deutlich unter dem im Dezember erreichten 52-Wochen-Hoch von 488,02 Dollar. Der Kursrückgang der vergangenen Woche summiert sich auf über 9 Prozent, seit Jahresbeginn steht ein Minus von gut 10 Prozent zu Buche.
Die Reaktion zeigt: Starke Zahlen allein reichen nicht mehr. Anleger erwarten von Microsoft klare Signale, dass sich die Milliarden-Investitionen in KI auch in nachhaltig beschleunigtem Wachstum niederschlagen – ohne die Profitabilität dauerhaft zu belasten. Das nächste Quartal wird zeigen müssen, ob Azure die Wachstumsdelle hinter sich lässt.
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