Microsoft übertrifft die Erwartungen, doch die Anleger ziehen sich zurück. Trotz starker Umsatz- und Gewinnzahlen im zweiten Quartal dominiert an der Wall Street die Skepsis. Der Grund ist eine massive Ausweitung der Investitionsausgaben, die die Frage aufwirft: Zahlt sich die teure KI-Strategie schnell genug aus?

Rekordinvestitionen trüben das Bild

Auf den ersten Blick lieferte der Technologie-Gigant solide Ergebnisse. Der Umsatz kletterte im zweiten Fiskalquartal 2026 um 17 Prozent auf 81,3 Milliarden US-Dollar, während der Gewinn pro Aktie mit 4,14 US-Dollar die Prognosen der Analysten schlug. Doch diese positiven Nachrichten wurden von einem anderen Posten in der Bilanz überschattet.

Die Investitionsausgaben (Capex) sprangen um beachtliche 66 Prozent auf 37,5 Milliarden US-Dollar an. Diese Summe fließt primär in den Ausbau von Rechenzentren und KI-Infrastruktur. Für den Markt war dieser Anstieg deutlich steiler als erwartet, was Sorgen um die kurzfristige Gewinnmarge schürt. Mit einem aktuellen Kurs von 448,65 US-Dollar notiert das Papier deutlich unter dem Schlusskurs des Vortages (480,51 US-Dollar), was die Nervosität der Investoren unterstreicht.

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Wachstumsbremse Hardware

Ein zentrales Thema der Quartalsvorlage waren die Kapazitätsengpässe. Finanzchefin Amy Hood machte deutlich, dass die hohe Nachfrage nach KI-Diensten derzeit nicht vollständig bedient werden kann, da die nötige Infrastruktur fehlt. Diese Engpässe sollen noch mindestens bis Juni 2026 andauern.

Dies wirkte sich auch auf Azure aus, Microsofts wichtigste Cloud-Sparte. Zwar wuchs der Bereich währungsbereinigt um 38 Prozent, zeigte aber Anzeichen einer leichten Verlangsamung. Dass die Auftragsbücher dennoch voll sind, zeigt der Anstieg der vertraglich zugesicherten künftigen Umsätze (RPO) um 110 Prozent auf 625 Milliarden US-Dollar – fast die Hälfte davon entfällt auf Verpflichtungen im Zusammenhang mit OpenAI. Das Problem ist also nicht der Mangel an Kunden, sondern die Verfügbarkeit der Hardware.

Analysten reagieren verhalten

Die Reaktion der großen Banken folgte prompt. Zwar änderten Institute wie Goldman Sachs und JPMorgan ihre generellen Kaufempfehlungen ("Buy" bzw. "Overweight") nicht, senkten jedoch ihre Kursziele spürbar. Goldman Sachs reduzierte das Ziel von 655 auf 600 US-Dollar, JPMorgan von 575 auf 550 US-Dollar. Morgan Stanley strich Microsoft sogar von seiner "Top Pick"-Liste.

Der Tenor ist eindeutig: Die langfristige Story stimmt, doch kurzfristig verschiebt sich der Fokus von reiner Wachstumsfantasie hin zum Exekutionsrisiko. Der Markt verlangt nun Beweise, dass die historischen Investitionssummen zeitnah in profitablem Wachstum münden, anstatt nur die Kostenbasis aufzublähen.

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