Microsoft Aktie: OpenAI als Risikofaktor
Ausgerechnet der engste Partner nennt Microsoft als größtes Geschäftsrisiko. In einem Dokument, das OpenAI an potenzielle Investoren verteilt hat, bezeichnet das KI-Unternehmen die Abhängigkeit von Microsoft als strukturelles Problem — und kündigt an, neue Partnerschaften aufbauen zu wollen. Gleichzeitig senkt ein Analyst sein Kursziel, während Microsofts Venture-Arm auf eine Halbleitertechnologie der nächsten Generation setzt.
Die OpenAI-Abhängigkeit als zweischneidiges Schwert
Microsoft hat insgesamt 13 Milliarden Dollar in OpenAI investiert und hält eine verwässerte Beteiligung von 27 Prozent am gewinnorientierten Teil des Unternehmens, die zuletzt mit 135 Milliarden Dollar bewertet wurde. Im Oktober schlossen beide Parteien einen Mehrjahresvertrag über 250 Milliarden Dollar — das entspricht 40 Prozent von Microsofts gesamtem Auftragsbestand von 625 Milliarden Dollar.
Genau diese Konzentration macht das Verhältnis heikel. OpenAI ist für Microsoft ein zentraler Wachstumstreiber, gleichzeitig aber ein hochriskantes, verlustbringendes Unternehmen. Das Investorendokument macht nun öffentlich, was intern längst bekannt war: OpenAI will die Abhängigkeit von Microsoft reduzieren. Ein OpenAI-Sprecher relativierte die Aussagen als „standardmäßige rechtliche Risikohinweise" und betonte, Microsoft bleibe ein langfristiger Kernpartner.
Hintergrund ist auch ein wachsender Interessenkonflikt. Microsoft hatte erwartet, dass OpenAI geistiges Eigentum teilt, das Copilot wettbewerbsfähig gegenüber Google machen sollte. Das ist bislang nicht eingetreten — und hat Microsoft zu höheren Forschungsausgaben gezwungen als geplant.
Analyst senkt Kursziel, Bewertung auf Sieben-Jahres-Tief
Analyst Ben Reitzes von Melius Research hat sein Kursziel für Microsoft von 430 auf 400 Dollar gesenkt und das Hold-Rating bestätigt. Als Begründung nennt er die jüngste Copilot-Reorganisation als Zeichen struktureller Schwäche. OpenAI macht 45 Prozent des Azure-Auftragsbestands aus — sollte dieser Anteil schrumpfen, wäre das Azure-Wachstum direkt betroffen.
Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 21 auf Basis der Gewinnerwartungen liegt die Aktie auf dem niedrigsten Niveau seit rund sieben Jahren. Das Konsensrating auf TipRanks lautet weiterhin „Strong Buy" — 33 Analysten empfehlen den Kauf, drei raten zum Halten. Das durchschnittliche Kursziel von 590 Dollar impliziert ein Aufwärtspotenzial von über 50 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau.
Atomstrahl statt Licht: Microsofts Wette auf die nächste Chip-Generation
Abseits der KI-Partnerschaftsdebatte investiert Microsofts Venture-Arm M12 in eine ungewöhnliche Halbleitertechnologie. Das norwegische Startup Lace hat eine Series-A-Finanzierungsrunde über 40 Millionen Dollar abgeschlossen, angeführt von Atomico. Lace entwickelt eine Lithografietechnik, die statt Licht einen Heliumatomstrahl einsetzt — mit einer Strahlbreite von 0,1 Nanometern, verglichen mit den 13,5 Nanometern der führenden EUV-Systeme von ASML.
Das ermöglicht laut Lace-CEO Bodil Holst Chipdesigns, die zehnmal kleiner sind als heute möglich. Bis 2029 will das Unternehmen ein Testsystem in einer Pilotfabrik betreiben. Für Microsoft ist das eine langfristige Wette — mit möglicher strategischer Relevanz für die eigene KI-Infrastruktur.
Aktie unter Druck, nächste Bewährungsprobe naht
Die Microsoft-Aktie notiert aktuell rund 29 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch und damit deutlich unterhalb aller relevanten gleitenden Durchschnitte. Managementseitig wurde für das laufende Quartal ein Azure-Wachstum von 37 Prozent in Aussicht gestellt — eine sequenzielle Verlangsamung, die zusammen mit der OpenAI-Offenbarung den Druck auf die Aktie vor dem nächsten Quartalsbericht aufrechterhält.
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