Microsoft Aktie: Starkes Wachstum, gedämpfte Erwartungen
Microsoft wächst kräftig — und trotzdem liegt die Aktie seit Jahresbeginn rund 20% im Minus. Das Paradox dahinter ist real und hat einen konkreten Kern: Investoren zweifeln nicht am Geschäft, sondern daran, wann die massiven KI-Investitionen endlich in beschleunigtes Cloud-Wachstum münden.
Evercore bleibt optimistisch — mit Einschränkung
Analyst Kirk Materne von Evercore bekräftigte am Montag seine Kaufempfehlung für Microsoft mit einem Kursziel von 580 US-Dollar. Seine Botschaft war jedoch zweigespalten: Eine schnelle Lösung für die Kapazitätsengpässe bei Azure werde es nicht geben. Eine spürbare Wachstumsbeschleunigung erwartet er erst in der zweiten Hälfte des Kalenderjahres 2026 — mit einem möglichen Umsatzwachstum von über 40% für Azure in diesem Zeitraum, gegenüber seiner aktuellen Schätzung von rund 38%.
Das breitere Analystenfeld bleibt konstruktiv: 33 Kaufempfehlungen stehen lediglich drei Halteempfehlungen gegenüber.
Das Kapazitätsproblem bei Azure
Der eigentliche Grund für die Anlegerfrustration liegt in einem selbst verursachten Engpass. Microsoft investierte im vergangenen Quartal 37,5 Milliarden US-Dollar in Rechenzentren und Cloud-Infrastruktur — und dennoch blieb das Azure-Wachstum auf dem Niveau der Vorquartale. Der Grund: Microsoft leitete einen Teil seiner Serverkapazitäten intern für eigene KI-Entwicklung um, was externe Kunden einschränkte.
Der freie Cashflow fiel im zweiten Quartal auf nur noch 5,9 Milliarden US-Dollar — ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Vorquartal, weil die Infrastrukturausgaben den operativen Cashflow aufzehrten. Dabei sind die Fundamentaldaten eigentlich stark: Im zweiten Fiskalquartal erzielte Microsoft einen Umsatz von 81,3 Milliarden US-Dollar (+17% gegenüber Vorjahr) und ein operatives Ergebnis von 38,3 Milliarden Dollar (+21%). Trotzdem fiel die Aktie nach den Quartalszahlen um rund 10%.
Bewertung und Klumpenrisiko
Die Bewertung hat sich deutlich normalisiert. Das vorausschauende Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt aktuell bei rund 21,5x — etwa 26% unter dem Fünfjahresdurchschnitt von 29,2x. Gleichzeitig stiegen die Gewinnschätzungen je Aktie im vergangenen Jahr um fast 27%.
Ein weiteres Thema ist die Zusammensetzung des Auftragsbestands. Der kommerzielle Auftragsbestand erreichte 625 Milliarden US-Dollar — ein Anstieg von 110% gegenüber dem Vorjahr. Rund 45% davon entfallen auf Verpflichtungen von OpenAI. Diese Konzentration auf einen einzigen Kunden, der selbst auf externe Finanzierung angewiesen ist und strategische Gründe hat, Cloud-Anbieter zu diversifizieren, bleibt ein offenes Risiko.
Microsoft arbeitet an einer Verbreiterung seiner KI-Partnerschaften. Im November 2025 wurde eine Dreier-Partnerschaft mit Nvidia und Anthropic vereinbart: Anthropic verpflichtete sich zu 30 Milliarden US-Dollar Azure-Rechenleistung, Microsoft und Nvidia investierten jeweils bis zu 10 Milliarden in Anthropic. Claude-Modelle sind inzwischen in GitHub Copilot, Microsoft 365 Copilot und Copilot Studio integriert.
Copilot wächst — von niedrigem Niveau
Beim KI-Assistenten Copilot zeigt sich ein ähnliches Bild: starkes Wachstum, aber noch geringe Durchdringung. Von den über 400 Millionen kommerziellen Nutzern haben bislang rund 15 Millionen eine Copilot-Lizenz — eine Penetrationsrate von etwa 3,7%. Die Lizenzzahl wuchs jedoch um 160% gegenüber dem Vorjahr, die täglichen aktiven Nutzer verzehnfachten sich.
Am 28. April 2026 folgen die nächsten Quartalszahlen. Aktualisierte Copilot-Lizenzzahlen und eine mögliche Verschiebung in der Auftragsbestand-Zusammensetzung dürften dann im Mittelpunkt stehen.
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