Microsoft ist gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis derzeit die günstigste Aktie unter den „Magnificent Seven" — ein Titel, den das Unternehmen zuletzt auf dem Tiefpunkt des Bärenmarkts 2022 trug. Dabei wächst das Geschäft weiter zweistellig. Die Schere zwischen operativer Stärke und Marktbewertung ist zum zentralen Diskussionspunkt unter Investoren geworden.

Starkes Wachstum, aber teures Fundament

Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2026 stieg der Umsatz um 18 Prozent auf 159 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn legte im selben Zeitraum um 36 Prozent auf 66 Milliarden Dollar zu. Auf dem Papier beeindruckende Zahlen — doch der freie Cashflow brach im zweiten Quartal auf nur noch 5,9 Milliarden Dollar ein. Grund: massive Investitionen in KI-Infrastruktur.

Allein im zweiten Quartal flossen 37,5 Milliarden Dollar in Investitionsausgaben — 66 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und 3,2 Milliarden über den Analystenerwartungen. Für das Gesamtjahr steuert Microsoft auf rund 100 Milliarden Dollar an Infrastrukturausgaben zu. Das drückt kurzfristig auf den freien Cashflow, auch wenn das Unternehmen über 89 Milliarden Dollar Liquidität verfügt und in den vergangenen zwölf Monaten über 97 Milliarden Dollar an freiem Cashflow generiert hat.

Die KI-Monetarisierung nimmt Form an

Ein konkreter Hebel für künftige Erlöse ist der neue Enterprise-Tarif Microsoft 365 E7, der im Mai 2026 startet. Für 99 Dollar pro Nutzer und Monat bündelt er E5, Copilot und Agent 365 in einem einzigen Abonnement — und kostet damit 65 Prozent mehr als das bisherige E5-Paket. Erstmals ist Copilot damit kein optionales Add-on mehr, sondern Teil des Kernprodukts. Es ist der erste neue Enterprise-Tarif seit einem Jahrzehnt.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Microsoft?

Wie groß das Potenzial ist, zeigt ein einfacher Vergleich: Microsoft 365 Copilot hat bislang 15 Millionen zahlende Nutzer erreicht — bei insgesamt 450 Millionen kommerziellen Microsoft-365-Kunden. Der Abstand zwischen aktuellem Stand und theoretischer Reichweite ist enorm.

Auftragsbestand signalisiert künftiges Wachstum

Rückenwind kommt vom Auftragsbestand: Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen stiegen um 110 Prozent auf 625 Milliarden Dollar — ein Wert, der sich innerhalb von zwei Jahren nahezu verdreifacht hat. Die kommerziellen Buchungen legten um 230 Prozent zu, getrieben von großen Azure- und Anthropic-Vereinbarungen.

Für das dritte Quartal erwartet das Management einen Umsatz zwischen 80,65 und 81,75 Milliarden Dollar, was einem Wachstum von rund 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspräche. Die Investitionsausgaben sollen sequenziell leicht sinken.

Die nächsten Quartalszahlen sind für Ende April 2026 geplant. Dann wird sich zeigen, ob das Azure-Wachstum wieder anzieht und ob der E7-Tarif früh Abnehmer findet — zwei Faktoren, an denen sich ablesen lässt, ob das aktuelle Bewertungsniveau von 25-fachen Jahresgewinnen ein Einstiegsfenster war oder ein Vorgriff auf strukturell niedrigere Margen.

Microsoft-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Microsoft-Analyse vom 22. März liefert die Antwort:

Die neusten Microsoft-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Microsoft-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 22. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Microsoft: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...