Der Softwarekonzern verzeichnet aktuell die niedrigste Bewertung unter den großen US-Technologiewerten. Während das operative Geschäft mit zweistelligen Wachstumsraten glänzt, schicken massive Investitionen in Künstliche Intelligenz den Kurs auf Talfahrt. Diese Diskrepanz zwischen fundamentaler Stärke und wachsender Skepsis der Anleger schafft eine seltene Ausgangslage.

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 25 ist das Unternehmen derzeit der am günstigsten bewertete Titel der sogenannten "Magnificent Seven". Selbst Alphabet und Meta weisen mittlerweile höhere Bewertungsaufschläge auf. Dieser Bewertungsrückgang spiegelt sich deutlich im Chartbild wider: Aktuell notiert das Papier bei 334,10 Euro und hat damit seit Jahresbeginn über 17 Prozent an Wert verloren. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch beträgt mittlerweile beträchtliche 28,53 Prozent.

Operative Stärke trifft auf Kostendruck

Bemerkenswert an dieser Schwächephase ist die anhaltende Dynamik im Kerngeschäft. Im ersten Geschäftshalbjahr 2026 kletterte der Umsatz im Jahresvergleich um 18 Prozent auf 159 Milliarden US-Dollar. Der Nettogewinn stieg im selben Zeitraum sogar um 36 Prozent auf 66 Milliarden US-Dollar. Treiber bleibt das Cloud-Geschäft, das im zweiten Quartal um 26 Prozent zulegte, flankiert von mittlerweile über 15 Millionen zahlenden Nutzern für das KI-Add-on Copilot.

Verantwortlich für die Zurückhaltung am Markt sind die enormen Kapitalausgaben für den Ausbau der Hardware-Infrastruktur sowie die enge Verflechtung mit Partnern. So sind 45 Prozent der verbleibenden kommerziellen Leistungsverpflichtungen direkt an OpenAI geknüpft.

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Milliarden-Investitionen belasten Margen

Allein im ersten Halbjahr beliefen sich die Kapitalausgaben auf 72,4 Milliarden US-Dollar, womit der Konzern auf Jahresbasis die Marke von 100 Milliarden US-Dollar anpeilt. Etwa zwei Drittel der Ausgaben im zweiten Quartal flossen in kurzlebige Vermögenswerte, primär in Grafik- und Hauptprozessoren (GPUs und CPUs). Diese massiven Investitionen drücken kurzfristig auf die Margen und zwingen den Markt zu einer Neubewertung der Profitabilität.

Historisch betrachtet traten derart niedrige Bewertungsniveaus bei dem Software-Riesen in den vergangenen zehn Jahren selten auf. Zuletzt war dies Anfang 2023 der Fall, woraufhin der Kurs im Jahresverlauf deutlich anzog. Mit einer Liquidität von 89 Milliarden US-Dollar und einem freien Cashflow von über 97 Milliarden US-Dollar in den letzten zwölf Monaten ist die Bilanz stark genug, um die hohen Ausgaben abzufedern. Ob der Markt den aktuellen Bewertungsabschlag beibehält oder die Margenbelastung neu einordnet, wird sich am 29. April 2026 mit der Vorlage der nächsten Quartalszahlen konkretisieren.

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