AMD hat eine Woche mit zwei gegensätzlichen Signalen hinter sich. Einerseits ein strategisch bedeutsamer Speicherchip-Vertrag mit Samsung, andererseits eine unmittelbare Bedrohung genau dieses Deals — noch bevor die Tinte getrocknet war.

Exklusivpartnerschaft mit Risiko

Am 18. März unterzeichneten AMD und Samsung auf dem Pyeongtaek-Campus eine Absichtserklärung: Samsung soll als exklusiver Lieferant der sechsten HBM4-Generation für AMDs nächste KI-Beschleuniger dienen. Konkret geht es um den MI455X-Chip für Unternehmensrechenzentren, der 432 Gigabyte HBM4 pro GPU integrieren soll — mehr als die 288 Gigabyte, die für Nvidias kommenden Rubin-GPU erwartet werden.

Die Partnerschaft geht über reine Speicherlieferungen hinaus. Berichten zufolge versucht Samsung, aus der HBM4-Vereinbarung einen Einstieg in AMDs Chip-Fertigung zu machen — ein erheblicher Schritt, da AMD seine Hochleistungslogik traditionell bei TSMC produzieren lässt.

Noch am selben Tag der Ankündigung stimmten 93,1 Prozent der Samsung-Gewerkschaftsmitglieder für die Genehmigung eines 18-tägigen Generalstreiks, der Ende Mai beginnen soll. Der Ausstand zielt direkt auf den Pyeongtaek-Campus — also genau jene Produktionsbasis, die für die HBM4-Lieferungen an AMD vorgesehen ist. Sollte Samsung in Verzug geraten, dürften Abnehmer ihre Lieferketten überprüfen und Aufträge zur Risikoabsicherung umschichten.

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Breitere Absicherung und Gaming-Software

Als längerfristige Absicherung hat AMD Kapazitäten in TSMCs geplantem Fab-4-Werk in Arizona gesichert, das auf 2-Nanometer-Technologie ausgelegt ist und voraussichtlich um 2030 in Betrieb geht. Der EPYC-Prozessor der sechsten Generation mit dem Codenamen Venice ist bereits auf diesem Prozess gefertigt worden.

Auf der Verbraucherseite veröffentlichte AMD am 23. März das FSR SDK 2.2 — das erste größere Update des „Redstone"-Stacks seit dem Dezember-Launch 2025. Die neue Version bringt FSR Upscaling 4.1 und FSR Ray Regeneration 1.1 und integriert diese Funktionen direkt in die Unreal Engine 5. Die zugrundeliegenden Machine-Learning-Algorithmen basieren auf der RDNA4-Architektur, sind aber auch für ältere Hardware ausgelegt — was die Hürde für Spieleentwickler deutlich senkt.

Ambitiöse Ziele, neue Belastungsprobe

AMDs langfristige Datencenter-Ambitionen bleiben unverändert: CEO Lisa Su peilt 100 Milliarden Dollar Jahresumsatz im Rechenzentrumsgeschäft an und erwartet, dass der Gesamtmarkt für Datencenter-Chips bis 2030 auf eine Billion Dollar anwächst. Einige Analysten prognostizieren für 2026 einen Anstieg des AMD-Datencenterumsatzes um mehr als 70 Prozent.

Ob diese Zahlen erreichbar sind, hängt nun auch davon ab, wie sich der Tarifkonflikt bei Samsung entwickelt. Ein längerer Streik ab Ende Mai könnte die HBM4-Lieferkette empfindlich stören — ausgerechnet in dem Moment, in dem AMD seinen wichtigsten KI-Chip hochfahren will.

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