Microsoft erwägt rechtliche Schritte gegen seinen wichtigsten KI-Partner — und gegen Amazon. Ein 50-Milliarden-Dollar-Deal zwischen OpenAI und AWS bedroht das Fundament der Azure-Strategie. Der Streit dreht sich um eine zentrale Frage: Wer darf die KI-Infrastruktur für OpenAIs Unternehmensplattform betreiben?

Der Kern des Konflikts

Ende Februar schlossen OpenAI und Amazon Web Services eine Vereinbarung, bei der AWS zum exklusiven externen Cloud-Anbieter für Frontier wird — OpenAIs neue Unternehmensplattform für KI-Agenten. Unternehmen wie HP, Intuit, Oracle, Uber und Cisco gehören bereits zu den frühen Nutzern.

Microsoft sieht darin einen möglichen Vertragsbruch. Die bestehende Partnerschaftsvereinbarung sieht vor, dass alle Zugriffe auf OpenAI-Modelle über Azure laufen müssen. Microsoft-Vertreter sollen intern der Ansicht sein, die AWS-Vereinbarung verletze zumindest den Geist dieser Abmachung. Ein Sprecher des Unternehmens betonte öffentlich, Azure bleibe der exklusive Cloud-Anbieter für zustandslose OpenAI-APIs — und man vertraue darauf, dass OpenAI diese Verpflichtung ernst nehme.

Technische Grauzone als Streitpunkt

OpenAI und Amazon argumentieren, die auf AWS aufgebaute Infrastruktur für Frontier sei technisch anders geartet: Sie nutze eine sogenannte „Stateful Runtime Environment", die Kontext und Gedächtnis speichert — und biete damit keinen direkten API-Zugriff auf die Kernmodelle. Damit, so die Position von OpenAI, bleibe man compliant mit der Microsoft-Vereinbarung.

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Microsoft sieht das anders. Selbst solche zustandsbehafteten Interaktionen sollten unter die Azure-Exklusivklausel fallen.

Was für Azure auf dem Spiel steht

Die Partnerschaft mit OpenAI ist kein symbolisches Aushängeschild — sie ist ein struktureller Umsatztreiber. Microsoft investierte 2019 zunächst eine Milliarde Dollar in OpenAI, 2023 folgten weitere zehn Milliarden. Im Gegenzug erhielt Azure den Status als primärer Cloud-Anbieter für OpenAI-Modelle. Bei der Neustrukturierung der Partnerschaft im Oktober 2025 sicherte sich Microsoft einen 27-prozentigen Anteil an OpenAIs Gewinnsparte sowie Modellzugriffsrechte bis 2032 — OpenAI verpflichtete sich im Gegenzug zu einem substanziellen mehrjährigen Azure-Kaufvertrag.

Läuft OpenAIs Unternehmensgeschäft künftig über AWS statt über Azure, könnten Milliarden an garantierten Cloud-Einnahmen zu einem direkten Konkurrenten abwandern. Das trifft Microsoft in einer ohnehin angespannten Phase: Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 wuchs Azure zwar um 39 Prozent, doch die Kapitalausgaben stiegen um 66 Prozent — schneller als die Umsätze. Die Bruttomarge sank auf 68 Prozent. Anleger reagierten trotz starker Gesamtzahlen mit Kursverlusten.

Verhandlungen laufen noch

Eine Klage wurde bislang nicht eingereicht. Laut Financial Times laufen aktive Verhandlungen zwischen allen drei Parteien, mit dem Ziel, vor dem vollständigen Rollout von Frontier eine Einigung zu erzielen. Wie diese aussehen könnte — und ob Microsoft seine Exklusivrechte tatsächlich durchsetzen kann — dürfte spätestens mit den nächsten Quartalszahlen am 28. April 2026 wieder in den Fokus rücken.

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