Der niederländische Anlagenbauer ASML spürt derzeit den rauen Wind der Geopolitik. Während der anhaltende KI-Boom für volle Auftragsbücher bei Hochleistungsmaschinen sorgt, trübt das wichtige China-Geschäft die kurzfristigen Aussichten. Anleger positionieren sich nun vorsichtig für die anstehenden Quartalszahlen Mitte April.

Normalisierung nach dem Kaufrausch

Verantwortlich für die jüngste Zurückhaltung am Markt sind vor allem makroökonomische Sorgen und ein verändertes regulatorisches Umfeld. Konkret bereitet der erwartete Rückgang der chinesischen Umsätze Kopfzerbrechen. Nachdem asiatische Chiphersteller in der Vergangenheit massiv Ausrüstung gehortet hatten, um drohenden Restriktionen zuvorzukommen, normalisiert sich die Nachfrage nun spürbar.

Das Management rechnet damit, dass der Umsatzanteil Chinas im Jahr 2026 auf rund 20 Prozent sinken wird. Verschärfte Exportkontrollen und der Wegfall von beschleunigten Lizenzverfahren für große Player wie Samsung, SK hynix oder TSMC in der Region beschleunigen diesen Prozess. Gleichzeitig plant ASML, den Großteil anfallender Zollkosten an US-Kunden weiterzugeben. Ein strategischer Schritt, der die Margen schützen soll, aber das Bestelltempo drosseln könnte.

KI-Fantasie trifft auf hohe Bewertung

Dem gegenüber steht die ungebrochene strukturelle Nachfrage durch künstliche Intelligenz. Nvidia-CEO Jensen Huang stellte kürzlich bis 2027 KI-Chip-Bestellungen im Wert von mindestens einer Billion Dollar in Aussicht. Als Quasi-Monopolist für die dafür zwingend notwendigen EUV-Lithografiesysteme profitiert ASML direkt von diesem Trend. Die hochmargigen Maschinen machen einen immer größeren Teil der Neubestellungen aus.

Anzeige

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Asml?

Allerdings lässt die ambitionierte Bewertung der Aktie wenig Spielraum für Enttäuschungen. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp 40 wird der Titel über seinem historischen Zehn-Jahres-Durchschnitt gehandelt. Nach einem starken Lauf seit Jahresbeginn – die Aktie verzeichnet aktuell ein Plus von knapp 19 Prozent und notiert bei 1.176,00 Euro – nehmen einige Investoren offenbar Gewinne mit.

Wichtige Termine im April

Richtungsweisend für die weitere fundamentale Entwicklung wird der kommende Monat. Im April stehen für den Konzern gleich zwei wichtige Termine an:

  • 15. April 2026: Veröffentlichung der Ergebnisse für das erste Quartal (erwarteter Umsatz: 8,2 bis 8,9 Milliarden Euro).
  • 22. April 2026: Hauptversammlung in Veldhoven.
  • Vorstandswahlen: Geplante Ernennung von Marco Pieters zum neuen CTO sowie Vertragsverlängerungen für CFO Roger Dassen und COO Frédéric Schneider-Maunoury.

Der Quartalsbericht Mitte April fungiert somit als erster echter Härtetest des Jahres. Er muss belegen, ob das prognostizierte Gesamtjahreswachstum von rund 12 Prozent trotz der Bremsspuren im asiatischen Raum realistisch bleibt und die starke KI-Nachfrage die Lücken im Orderbuch füllen kann.

Anzeige

Asml-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Asml-Analyse vom 23. März liefert die Antwort:

Die neusten Asml-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Asml-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 23. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Asml: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...