Microsoft trennt künftig die operative Produktentwicklung klar von der Grundlagenforschung. Eine weitreichende Umstrukturierung an der KI-Spitze soll die Copilot-Anwendungen schneller in den Alltag der Nutzer bringen — während gleichzeitig ein Partnerschaftsstreit mit OpenAI und Amazon die Aktie belastet.

Neue Gesichter, neue Zuständigkeiten

Jacob Andreou, zuvor bei Snap tätig, übernimmt als Executive Vice President die Leitung der Copilot-Sparte. Er verantwortet ab sofort die vereinten Consumer- und Commercial-Teams und berichtet direkt an CEO Satya Nadella. Die Konsolidierung zielt auf eine einheitlichere Nutzererfahrung über alle Plattformen hinweg.

Mustafa Suleyman, der bislang das operative Tagesgeschäft der Copilot-Entwicklung leitete, wechselt in eine strategische Rolle. Er soll sich in den kommenden fünf Jahren auf sogenannte „Superintelligence"-Modelle konzentrieren. Die Trennung zwischen Produktausführung und Forschung ist damit erstmals institutionell verankert.

Copilot gegen ChatGPT: ein deutliches Gefälle

Der Handlungsdruck ist messbar. Microsoft 365 Copilot kommt auf rund 15 Millionen zahlende Nutzer, die Copilot-App auf lediglich sechs Millionen täglich aktive Nutzer. ChatGPT von OpenAI verzeichnet nach eigenen Angaben über 800 Millionen wöchentlich aktive Nutzer — eine Größenordnung, die die Dringlichkeit der Umstrukturierung unterstreicht.

Zusätzlich kündigte OpenAI am gestrigen Donnerstag eine Desktop-„Superapp" an, die ChatGPT, den Coding-Assistenten Codex und den Atlas-Browser in einer Oberfläche bündeln soll. Das erhöht den Wettbewerbsdruck auf Microsoft weiter.

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Streit um Azure-Exklusivität

Parallel dazu belastet ein Partnerschaftskonflikt die Stimmung. Microsoft prüft Berichten zufolge rechtliche Schritte gegen OpenAI und Amazon, nachdem ein 50-Milliarden-Dollar-Deal zwischen den beiden bekannt wurde. Im Kern geht es um die neue Unternehmensplattform „Frontier", die über Amazon Web Services angeboten werden soll — was Microsoft als möglichen Verstoß gegen seine Azure-Exklusivvereinbarung wertet.

Die Aktie notierte zuletzt deutlich unterhalb des 200-Tage-Durchschnitts und hat seit Jahresbeginn rund 17 Prozent verloren.

Neue Sicherheits- und Dateninfrastruktur

Auf der Produktseite stellte Microsoft gestern die Initiative „Zero Trust for AI" vor, die Sicherheitsprinzipien auf den gesamten Lebenszyklus von KI-Modellen ausweitet. Ein spezifischer KI-Assessment-Pillar soll im Sommer 2026 folgen. Gleichzeitig wurde auf der FabCon in Atlanta der neue Database Hub für die Fabric-Datenplattform im Early Access präsentiert. Über 31.000 Kunden nutzen Fabric bereits; ein neuer Preisplan soll Kostensenkungen von bis zu 35 Prozent ermöglichen.

Die Umstrukturierung an der KI-Spitze, der Wettbewerbsdruck durch OpenAIs Superapp und der ungelöste Streit um den AWS-Deal dürften die Diskussion um Microsofts KI-Strategie in den kommenden Monaten bestimmen.

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