Microsoft meldet Rekordumsätze und übertrifft die Gewinnerwartungen – doch die Börse reagiert mit einem der größten Wertverluste der Börsengeschichte. Anleger sind alarmiert: Die Kosten für den KI-Ausbau explodieren, während das Cloud-Wachstum an physikalische Grenzen stößt. Ist die massive Investitionsoffensive eine notwendige Zukunftssicherung oder ein teures Risiko für die Margen?

Gute Zahlen, schlechte Stimmung

Der Technologiegigant erlebte am Donnerstag einen dramatischen Ausverkauf, bei dem rund 357 Milliarden US-Dollar an Marktkapitalisierung vernichtet wurden. Dies markiert den zweitgrößten Tagesverlust an Börsenwert, den der US-Markt je gesehen hat. Zwar konnte sich das Papier am Freitag stabilisieren und schloss bei 435,31 US-Dollar, doch der Schreck sitzt tief.

Paradoxerweise lieferte Microsoft rein zahlenmäßig ab: Der Umsatz stieg im abgelaufenen Quartal um 17 Prozent auf 81,3 Milliarden US-Dollar, der Gewinn pro Aktie kletterte um 24 Prozent auf 4,14 US-Dollar. Beide Werte lagen über den Prognosen der Wall Street. Doch der Fokus der Investoren liegt nicht auf dem Erreichten, sondern auf dem Preis, den Microsoft für dieses Wachstum zahlt.

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Das 37,5-Milliarden-Dollar-Problem

Der Hauptgrund für den Kursrutsch liegt in den explodierenden Investitionsausgaben (CapEx). Diese stiegen im Jahresvergleich um 66 Prozent auf die Rekordsumme von 37,5 Milliarden US-Dollar. Microsoft steckt immense Summen in den Aufbau von KI-Infrastruktur und Rechenzentren, was zunehmend auf die Profitabilität drückt. Die Bruttomargen im Cloud-Geschäft fielen in den letzten fünf Quartalen von 72 auf 67 Prozent.

Gleichzeitig verlangsamte sich das Wachstum der wichtigen Cloud-Sparte Azure leicht von 40 auf 39 Prozent. CEO Satya Nadella betonte, dass dies nicht an mangelnder Nachfrage liege, sondern an Kapazitätsengpässen. Das Unternehmen stößt beim Ausbau seiner Rechenzentren schlichtweg an physische Grenzen, was das kurzfristige Wachstumspotenzial deckelt.

Uneinigkeit bei den Analysten

Die Reaktion der Experten auf diesen Spagat zwischen Rekordausgaben und Kapazitätslimits fällt gemischt aus:

  • Wolfe Research senkte das Kursziel deutlich von 625 auf 530 US-Dollar, behielt aber die Einstufung „Outperform“ bei.
  • Goldman Sachs reduzierte das Ziel von 655 auf 600 US-Dollar.
  • New Street Research hingegen sieht die Situation als Chance und hob das Ziel gegen den Trend auf 675 US-Dollar an.
  • Jefferies argumentiert, dass die Aktie nach dem Rücksetzer attraktiv bewertet sei.

Die kommenden Monate stehen nun ganz im Zeichen der Umsetzung. Mit einer prognostizierten Azure-Wachstumsrate von 37 bis 38 Prozent für das nächste Quartal muss Microsoft beweisen, dass die massiven Infrastruktur-Investitionen die Kapazitätsengpässe schnell beheben, um den Vertrauensverlust an den Märkten wettzumachen.

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