Der Speicherchip-Gigant holt zum größten Schlag seiner Geschichte aus. Angesichts des massivsten Angebotsengpasses seit vier Jahrzehnten startet Micron Technology eine beispiellose Investitionsoffensive. Mit einem Gesamtvolumen von rund 200 Milliarden Dollar will der Konzern die Halbleiter-Landschaft neu ordnen und den unersättlichen Hunger der KI-Industrie stillen.

  • Investitionsvolumen: Rund 200 Milliarden Dollar für US-Standorte.
  • Boise-Projekt: 50 Milliarden Dollar für zwei neue Werke.
  • Syracuse-Komplex: 100 Milliarden Dollar (größte Privatinvestition in New Yorks Geschichte).
  • Margensprung: Bruttomarge von 18,5 % (Anfang 2024) auf 56 % gestiegen.
  • Versorgungslücke: Unternehmen kann aktuell nur 50 bis 67 % der Kundennachfrage decken.

Gigantische Baustellen in Idaho und New York

Am Hauptsitz in Boise, Idaho, laufen die Bagger heiß. Allein hier fließen 50 Milliarden Dollar in die Verdopplung des Campus. Ingenieure mussten bereits Millionen Pfund Dynamit einsetzen, um den Baugrund für zwei neue Fabriken vorzubereiten. Die Dimensionen sind gewaltig: Jede Anlage umfasst die Fläche von zehn Fußballfeldern und verschlingt fast so viel Stahl wie die Golden Gate Bridge. Die Produktion der begehrten Silizium-Wafer soll Mitte 2027 anlaufen.

Parallel dazu erfolgte der Spatenstich für einen 100 Milliarden Dollar schweren Komplex bei Syracuse. Auch international rüstet der Konzern auf, wie die Ende letzten Jahres angekündigte 9,6-Milliarden-Dollar-Investition im japanischen Hiroshima zeigt.

Dramatische Unterversorgung

Treibende Kraft hinter diesem Kraftakt ist ein extremes Ungleichgewicht am Markt. Finanzvorstand Mark Murphy räumte gestern auf einer Investorenkonferenz ein, dass Micron bei einigen Schlüsselkunden derzeit nur die Hälfte bis zwei Drittel der Nachfrage bedienen kann.

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Der Bedarf an Datenverarbeitungskapazität für KI-Anwendungen hat die verfügbaren Kapazitäten schlicht überrollt. Chief Business Officer Sumit Sadana bestätigte, dass die Nachfrage nach High-Bandwidth Memory (HBM) zwischen August und Oktober sprunghaft anstieg, da Cloud-Firmen und Hyperscalers ihre KI-Infrastruktur massiv ausbauen. Scott Gatzemeier, Vizepräsident und seit 28 Jahren im Unternehmen, beschreibt die aktuelle Lage als einzigartig in seiner Karriere: Der Übergang vom KI-Training zur Inferenz habe den Datenbedarf explodieren lassen, während die Reinraum-Kapazitäten fehlten.

Margen im Steigflug

Diese Knappheit schlägt sich fundamental in den Büchern nieder. Durch den strategischen Schwenk von einfachen Speicherchips für Mobiltelefone hin zu hochmargigen HBM-Produkten für Rechenzentren hat sich das Finanzprofil von Micron drastisch gewandelt. Die Bruttomarge konnte von 18,5 Prozent Anfang 2024 auf zuletzt 56 Prozent mehr als verdreifacht werden. Für das laufende Quartal stellt das Management sogar einen weiteren Anstieg auf 68 Prozent in Aussicht.

Der Wettbewerb schläft jedoch nicht. Auch die Hauptkonkurrenten SK Hynix und Samsung investieren massiv. SK Hynix kündigte im Januar eine 13-Milliarden-Dollar-Fabrik in Südkorea sowie einen neuen Standort in Indiana an.

Der Wandel der Speicherindustrie vom reinen Rohstofflieferanten zum strategischen Rückgrat der KI-Infrastruktur ist damit in vollem Gange. Für Micron liegt der Fokus nun auf der exakten Einhaltung des Zeitplans: Die neuen Werke in Boise müssen bis Ende 2028 die volle Produktion erreichen, um die langfristigen Lieferverpflichtungen gegenüber den großen Technologiekonzernen erfüllen zu können.

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