Mercedes-Benz muss Rückschläge im Kerngeschäft verkraften, setzt aber gleichzeitig offensiv auf Luxusmodelle und eine breite Modelloffensive. Die heute veröffentlichten Absatzzahlen für 2025 fallen deutlich schwächer aus, während das Management mit neuen Premiummodellen und lokaler Fertigung in Wachstumsmärkten gegensteuert. Reicht diese Strategie, um die Verunsicherung rund um das China-Geschäft abzufedern?

Heute notiert die Aktie mit rund 0,25 % im Minus bei 59,74 Euro und damit leicht unter dem 50-Tage-Durchschnitt. Seit Jahresbeginn liegt der Titel etwa 3,5 % zurück, bleibt aber klar über dem 52-Wochen-Tief.

Deutlicher Rückgang bei Volumen – Schwäche in China

Der Kern der heutigen Meldung: Mercedes-Benz hat 2025 weltweit 2,16 Millionen Fahrzeuge verkauft, ein Rückgang von 10 % gegenüber dem Vorjahr. Besonders problematisch ist die Entwicklung in den Schlüsselmärkten.

Wichtige Fakten im Überblick:

  • Weltweiter Absatz 2025: -10 % auf 2,16 Mio. Fahrzeuge
  • China: -19 % auf 551.000 Auslieferungen
  • USA (Wholesale): -12 %
  • BEV-Verkäufe 2025: -9 % auf rund 168.800 Einheiten
  • BEV im Q4 2025: +3 % gegenüber dem Vorjahresquartal

Vor allem China sendet ein klares Warnsignal: Ein Minus von 19 % in einem der profitabelsten Märkte ist deutlich mehr als eine kurzfristige Delle. Auch das US-Geschäft zeigt mit zweistelligen Rückgängen, dass das Volumenmodell unter Druck steht.

Selbst die Elektrosparte entkam dem Abwärtstrend nicht. Über das Gesamtjahr gingen die Verkäufe vollelektrischer Fahrzeuge um 9 % zurück. Der leichte Zuwachs von 3 % im vierten Quartal deutet zumindest auf eine mögliche Stabilisierung in diesem Segment hin.

Luxussegment stützt Marge – Modelloffensive 2026

Trotz rückläufiger Stückzahlen zeigt die „Luxury First“-Strategie Wirkung auf der qualitativen Seite. Hochpreisige Modelle laufen deutlich besser als das Volumengeschäft.

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  • Mercedes-AMG verzeichnete 2025 ein Absatzplus von 7 %
  • Die G-Klasse legte sogar um 23 % zu

Diese Entwicklung stützt die Margen, da AMG-Modelle und die G-Klasse überdurchschnittliche Preise und Erträge bringen. Genau hier setzt Mercedes-Benz mit seiner Produktoffensive für 2026 an.

Der Konzern plant insgesamt 12 neue Modelle für das laufende Jahr. Im Mittelpunkt steht der neue elektrische CLA mit:

  • bis zu 792 km Reichweite (WLTP)
  • 800-Volt-Architektur für schnelleres Laden und höhere Effizienz

Damit soll die Elektro-Palette technisch und imageseitig aufgewertet werden. Zugleich verfolgt das Unternehmen eine klarere Regionalstrategie: In Pune (Indien) startet die lokale Produktion des Mercedes-Maybach GLS. Indien ist damit der erste Markt außerhalb der USA, in dem dieses Ultra-Luxus-SUV gefertigt wird. Durch lokale Fertigung lassen sich Importzölle reduzieren und die Position in asiatischen Wachstumsmärkten stärken.

Analystenurteile und Branchenkontext

Die Reaktion der Analysten fällt differenziert aus. Die Deutsche Bank bleibt mit einem „Buy“-Rating klar positiv und sieht in einem Kursziel von 79 Euro weiteres Potenzial, insbesondere aus der Luxusstrategie. UBS und Bernstein votieren hingegen mit „Neutral“ und spiegeln damit die Skepsis wider, ob die Schwäche in China kurzfristig kompensiert werden kann.

Im Branchenvergleich wird die Herausforderung deutlicher: Auch andere deutsche Premiumhersteller haben 2025 gelitten, doch die Dynamik verläuft unterschiedlich. Audi musste global um 2,9 % nachgeben, liegt damit aber klar über dem Rückgang von Mercedes. Im Elektrosegment konnte BMW seine BEV-Verkäufe um 3,6 % auf über 442.000 Einheiten steigern und Marktanteile gewinnen, während Mercedes ein Minus ausweist.

Besonders in China zeigt sich ein strukturelles Problem: VW, Mercedes und BMW befinden sich dort gemeinsam auf einem 13-Jahres-Tief. Lokale Hersteller wie BYD setzen mit aggressiven Preisen, hoher Softwarekompetenz und breiten E-Modellpaletten die etablierten Marken zunehmend unter Druck.

Charttechnik und Blick nach vorn

Die Aktie notiert aktuell bei 59,74 Euro und damit knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 60,22 Euro. Vom 52-Wochen-Hoch bei 70,10 Euro ist der Titel rund 15 % entfernt, bleibt mit gut 27 % Abstand nach oben aber klar über dem jüngsten 52-Wochen-Tief bei 47,05 Euro. Der 200-Tage-Durchschnitt bei 54,70 Euro liegt deutlich unter dem aktuellen Kurs, was einen mittelfristig noch intakten Aufwärtstrend signalisiert. Mit einem RSI von 36,3 nähert sich die Aktie dem unteren neutralen Bereich an, ohne schon klar überverkauft zu sein.

Operativ richtet sich der Fokus nun auf den 12. Februar 2026. Dann legt Mercedes-Benz die vorläufigen Zahlen für das vierte Quartal und den geprüften Jahresabschluss vor. Entscheidend wird, ob die starke Preisdurchsetzung und das Wachstum im Luxussegment (AMG, Maybach, G-Klasse) den klaren Volumenrückgang ausreichend abfedern und sich dies in Umsatz und EBIT widerspiegelt. Ebenfalls im Blick bleibt der Start der neuen CLA-Generation: Erst wenn hier substanzielle Absatzerfolge sichtbar werden, dürfte sich die Diskrepanz zwischen strategischem Anspruch und aktueller Absatzrealität spürbar verringern.

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