Mercedes-Benz liefert morgen mehr als nur Zahlen. Mit dem vollständigen Jahresfinanzbericht für 2025 will der Konzern erklären, wie Restrukturierung, Kapitalallokation und der strategische Neustart konkret aussehen sollen. Die Eckdaten sind bereits bekannt – und sie zeigen, warum der Markt jetzt besonders genau hinschaut.

Die Aktie wirkt dabei angeschlagen: Heute notiert sie bei 55,37 Euro (-2,53%) und liegt damit spürbar unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 58,86 Euro. In den vergangenen sieben Tagen ging es um 6,22% nach unten.

Ergebnisrückgang: Zölle und China drücken

2025 war finanziell ein Rückschritt. Das bereinigte EBIT fiel im Gesamtjahr auf 8,20 Mrd. Euro – rund 40% weniger als 2024 (13,70 Mrd. Euro). Auch der Umsatz gab nach und lag bei 132,2 Mrd. Euro.

Besonders sichtbar wurden die Belastungen im Schlussquartal: Das bereinigte EBIT im vierten Quartal kam mit 1,60 Mrd. Euro unter dem Konsens von 1,93 Mrd. Euro herein. Beim berichteten EBIT (5,80 Mrd. Euro) schlugen zudem Restrukturierungskosten von 1,62 Mrd. Euro zu Buche.

Als zentrale Bremsklötze nennt Mercedes-Benz Zollbelastungen, harten Wettbewerb in China und Währungsgegenwind. Allein die Zollkosten sollen sich laut CNBC auf rund 1,2 Mrd. US-Dollar summiert haben. Brisant: China bleibt der wichtigste Einzelmarkt, fast ein Drittel aller Pkw setzte der Konzern 2025 dort ab – gleichzeitig steigt der Druck durch lokale E-Auto-Anbieter.

Auch der Cashflow zeigt, dass der Spielraum kleiner wird. Der Free Cashflow aus dem Industriegeschäft lag 2025 bei 5,4 Mrd. Euro und soll 2026 laut Unternehmen leicht weiter nachgeben.

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Gegenmaßnahmen: Sparprogramm und Produktoffensive

Mercedes-Benz setzt auf zwei Hebel: Kosten runter, Produkte nach vorn. Ein neunprozentiger Volumenrückgang traf das Geschäft, doch Einsparungen von rund 3,6 Mrd. Euro dämpften die Profitabilitätseinbußen zumindest teilweise.

Parallel kündigt der Konzern die „größte Produktoffensive“ seiner Geschichte an: In den kommenden drei Jahren sollen mehr als 40 neue Fahrzeuge starten. Hoffnungen ruhen auf dem neuen CLA, der bereits als „Car of the Year 2026“ ausgezeichnet wurde.

Auf der Produktionsseite kommen Einschnitte hinzu. Die Fertigung im Joint-Venture-Werk im mexikanischen Aguascalientes läuft bis Mai 2026 aus – das entspricht einer Kapazitätsreduzierung von rund 100.000 Einheiten. Bis 2027 sollen die Produktionskosten je Einheit um 10% sinken.

In China lautet die Antwort „Lokalisierung“: Bis Mitte 2026 sollen mehr als 80% des chinesischen Marktes lokal bedient werden, unter anderem mit einem lokalisierten GLE LWB und durch Nutzung der chinesischen Kostenstruktur. Kann dieser Plan die Ertragskraft in China stabilisieren? Genau dazu dürfte der Bericht morgen entscheidende Details liefern.

Dividende, Rückkauf und Ausblick 2026

Für die Hauptversammlung am 16. April 2026 schlagen Vorstand und Aufsichtsrat eine Dividende von 3,50 Euro je Aktie vor (Vorjahr: 4,30 Euro). Die Kürzung spiegelt die schwächere Ertragslage wider, lag aber über besonders pessimistischen Erwartungen.

Zusätzlich läuft seit November 2025 ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu 2 Mrd. Euro. Bis Ende 2025 wurden rund 300 Mio. Euro umgesetzt, für 2026 bleiben damit bis zu 1,7 Mrd. Euro übrig.

Der Ausblick für 2026 fällt vorsichtig optimistisch aus: Umsatz auf Vorjahresniveau, ein Group-EBIT „deutlich“ über dem Vorjahreswert. In der Pkw-Sparte peilt Mercedes-Benz eine bereinigte Umsatzrendite von 3 bis 5% an. Das mittelfristige Margenziel für das Pkw-Segment wurde von 10% auf 8 bis 10% gesenkt – ausdrücklich auch mit Blick auf Zollbelastungen.

Morgen (4. März) folgt der vollständige Jahresfinanzbericht, am 16. April die Hauptversammlung und am 29. April die Q1-Zahlen. Spätestens mit den Quartalszahlen Ende April wird sich zeigen, ob Restrukturierung, Lokalisierung in China und die Produktoffensive bereits messbar in Richtung der 2026er-Ziele wirken.

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