Mercedes-Benz navigiert derzeit durch schweres Fahrwasser. Kurz vor der Veröffentlichung des vollständigen Geschäftsberichts am Mittwoch belasten ein massiver Gewinnrückgang und eine Dividendenkürzung die Stimmung der Anleger. Während der Konzern auf eine historische Modelloffensive setzt, bleibt die entscheidende Frage: Kann die neue Strategie die tiefgreifende Schwäche im chinesischen Schlüsselmarkt kompensieren?

Zahlenwerk unter Druck

Die vorläufigen Daten zeichnen ein ernüchterndes Bild. Das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) brach im Geschäftsjahr 2025 um 40 Prozent auf 8,2 Milliarden Euro ein. Besonders das vierte Quartal enttäuschte mit 1,60 Milliarden Euro EBIT die Erwartungen des Marktes deutlich. Diese fundamentale Schwäche spiegelt sich auch im Aktienkurs wider: Das Papier verliert heute 3,33 Prozent und notiert bei 56,84 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus bereits auf knapp 8 Prozent.

Verantwortlich für den Rückgang sind vor allem Zollbelastungen in Höhe von rund 1,2 Milliarden US-Dollar sowie ein intensiver Wettbewerb in China. Kostensenkungen von 3,6 Milliarden Euro konnten den Einbruch nur teilweise abfedern.

China-Strategie und Dividendenkürzung

China bleibt die Achillesferse des Stuttgarter Autobauers. Da fast ein Drittel aller Pkw dort verkauft werden, reagiert der Konzern nun mit einer Anpassung der Produktion. Bis Mitte 2026 sollen über 80 Prozent des chinesischen Marktes lokal bedient werden, um Kosten zu senken und Währungsrisiken zu minimieren.

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Für Aktionäre hat die finanzielle Entwicklung direkte Konsequenzen. Der Vorschlag für die Dividende wurde von 4,30 Euro auf 3,50 Euro je Aktie gekürzt. Dies korrespondiert mit dem freien Mittelzufluss (Free Cash Flow) im Industriegeschäft, der von 9,2 auf 5,4 Milliarden Euro absackte. Immerhin stützt das Unternehmen den Kurs weiterhin durch ein Aktienrückkaufprogramm, für das im laufenden Jahr noch bis zu 1,7 Milliarden Euro bereitstehen.

Hoffnungsträger Modelloffensive

Um das Ruder herumzureißen, plant Mercedes-Benz die größte Produktoffensive der Unternehmensgeschichte. In den kommenden drei Jahren sollen mehr als 40 neue Fahrzeuge auf den Markt kommen. Große Hoffnungen ruhen dabei auf Modellen wie dem neuen CLA, der bereits als „Car of the Year 2026“ ausgezeichnet wurde.

Gleichzeitig verschärft der Vorstand den Sparkurs. Die Produktion im mexikanischen Werk Aguascalientes läuft aus, und bis 2027 sollen die Produktionskosten pro Einheit um 10 Prozent sinken. Dennoch bleibt der Ausblick für das laufende Jahr verhalten: In der Pkw-Sparte wird lediglich eine bereinigte Umsatzrendite von 3 bis 5 Prozent angepeilt.

Am 4. März muss Mercedes-Benz mit dem vollständigen Jahresfinanzbericht beweisen, dass der finanzielle Boden gefunden ist. CEO Ola Källenius steht in der Pflicht, einen glaubhaften Pfad aufzuzeigen, wie ab 2027 wieder zweistellige Margen erreicht werden sollen. Bis dahin dürften die Anleger genau beobachten, ob die Unterstützung bei der 50-Tage-Linie (58,94 Euro) zeitnah zurückerobert werden kann.

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