Mercedes-Benz Aktie: Analystendruck
Ein vorsichtiger Ton von JPMorgan und schwächere Signale aus dem Premiumsegment bremsen heute die Mercedes-Benz-Aktie. Vor allem Zweifel an der Profitabilität im wichtigen vierten Quartal und die Entwicklung in China rücken in den Mittelpunkt. Entscheidend ist nun, ob das Management in den kommenden Tagen diese Sorgen entschärfen kann.
JPMorgan warnt vor Margendruck
Auslöser der aktuellen Zurückhaltung ist eine Analyse von JPMorgan. Analyst Jose Asumendi bestätigt zwar das Rating „Overweight“, erwartet aber eine geringere Profitabilität im vierten Quartal 2025 im Vergleich zum Vorquartal.
Kernpunkte seiner Einschätzung:
- Erwartete Margenschwäche im Q4 2025 gegenüber Q3
- Belastung durch nachlassenden Absatz im hochprofitablen Top-End-Segment in China
- Zusätzlicher Druck durch verstärkte Rabatte bei Elektrofahrzeugen (BEVs)
Damit geraten zwei wesentliche Ertragstreiber gleichzeitig unter Druck: der chinesische Luxusmarkt und die Preisstabilität im E-Auto-Geschäft. Am Markt sorgt das für Zurückhaltung, auch wenn das positive Grundrating bestehen bleibt.
Kursseitig zeigt sich die Aktie heute nur leicht schwächer. Mit rund 58,64 Euro bewegt sich der Titel knapp 0,03 % im Minus, liegt aber weiterhin klar über dem 52‑Wochen-Tief von 47,05 Euro. Vom Hoch bei 70,10 Euro ist der Kurs allerdings rund 16 % entfernt – ein Hinweis auf die jüngste Abkühlung nach einer zuvor starken Phase.
Schwache Signale aus dem Luxussegment
Die Skepsis wird durch frische Branchendaten untermauert. Porsche meldete für 2025 einen weltweiten Auslieferungsrückgang von 10 %. Besonders deutlich fällt der Rückgang in China aus, wo der Absatz um 26 % sank. Für einen Anbieter wie Mercedes-Benz, der stark auf Premium- und Luxusfahrzeuge setzt, ist diese Entwicklung ein Warnsignal.
Auch aus dem Nutzfahrzeugbereich kommen keine entlastenden Impulse. Daimler Truck, seit 2021 eigenständig, verzeichnete im vergangenen Jahr ebenfalls rückläufige Absatzahlen. Das verstärkt die allgemeine Vorsicht gegenüber der Automobil- und Nutzfahrzeugbranche, auch wenn ein kürzlich gemeldeter Großauftrag der französischen Armee über 7.000 Lkw ausschließlich Daimler Truck zugutekommt und keine direkten Effekte auf die Mercedes-Benz Group hat.
Konsolidierung nach starkem Lauf
Der aktuelle Rücksetzer erfolgt nach einer spürbaren Erholungsphase. In den vergangenen drei Monaten hatte die Aktie mehr als 13 % zugelegt und damit viele Wettbewerber hinter sich gelassen. Vor diesem Hintergrund lässt sich die schwächere Tendenz der vergangenen Tage auch als Konsolidierung und Gewinnmitnahmephase interpretieren.
Charttechnisch notiert der Titel leicht unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 60,25 Euro, bleibt aber klar über der 200-Tage-Linie bei 54,74 Euro. Der 14-Tage-RSI liegt mit 36,3 im unteren neutralen Bereich und signalisiert eine abgekühlte, aber noch nicht überverkaufte Situation. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von gut 72 % unterstreicht zudem, dass die Schwankungsbreite zuletzt hoch war.
Trotz der kurzfristigen Bedenken bleibt der Analystenkonsens überwiegend positiv. Neben JPMorgan mit „Overweight“ empfiehlt auch die Deutsche Bank den Wert zum Kauf, während die Bank of America eine neutrale Einstufung vornimmt. Fantasie könnte zudem aus der Politik kommen: In Berlin werden neue Subventionen für Elektroautos diskutiert, die die Nachfrage im Heimatmarkt stützen könnten, sollte es zu einer Umsetzung kommen.
Wichtiger Termin am 20. Januar
Kurzfristig dürfte die Aktie anfällig für Nachrichten rund um Konjunktur, China und E-Auto-Förderungen bleiben. Ein zentraler Fixpunkt ist der 20. Januar 2026: Dann lädt das Management zu einem „Pre-Close Call“ und will einen detaillierteren Einblick in die Geschäftsentwicklung des vierten Quartals geben sowie die Erwartungen für die Jahreszahlen konkretisieren. Anfang Februar sollen dann die vollständigen Ergebnisse für 2025 folgen. Je nachdem, wie klar und zuversichtlich sich das Unternehmen zu Margen, China-Geschäft und BEV-Preisdruck äußert, könnte sich entscheiden, ob der aktuelle Rücksetzer eine normale Verschnaufpause bleibt oder in eine längere Schwächephase übergeht.
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