Die Anleger der Lufthansa benötigen aktuell starke Nerven. Während der Markt zuletzt auf eine Erholung setzte, grätscht die Investmentbank Barclays nun dazwischen und stuft die Kranich-Airline überraschend ab. Analysten sehen den vorherrschenden Optimismus als verfrüht an und verweisen auf fundamentale Risiken im Kerngeschäft sowie drohende Arbeitskämpfe.

Die Fakten im Überblick:
* Herabstufung: Barclays senkt Votum auf "Underweight".
* Risikofaktoren: Schwächelndes Nordatlantik-Geschäft, Streikgefahr und Flotten-Probleme.
* Charttechnik: Kurs rutscht mit 8,40 Euro unter den 50-Tage-Durchschnitt (8,41 Euro).

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Barclays zieht die Reißleine

Der Stimmungsumschwung kam schnell. Hatte Barclays die Aktie am 9. Januar noch neutral bewertet, revidierte die Bank ihre Einschätzung am 14. Januar 2026 grundlegend. Das Rating wurde von "Equal Weight" auf "Underweight" gesenkt – ein klares Signal, Positionen zu reduzieren. Zwar hob Analyst Andrew Lobbenberg das Kursziel marginal von 7,70 auf 7,80 Euro an, doch die Begründung für die Abstufung wiegt schwer: Der Markt unterschätze die Risiken bei den großen Netzwerk-Airlines.

Lobbenberg kritisiert den "übermäßigen Optimismus" vieler Anleger. Fortschritte bei der Bilanzstruktur und Flottenmodernisierung seien zwar erkennbar, würden aber die aufziehenden Wolken am Horizont nicht kompensieren. Statt auf die Lufthansa zu setzen, empfiehlt die Bank eher den Blick auf Billigflieger oder spezialisierte Reisekonzerne.

Kerngeschäft und Personal unter Druck

Besonders alarmierend ist die Einschätzung zum Nordatlantik-Verkehr. Diese Routen gelten traditionell als Ertragsperlen des Konzerns. Barclays sieht hier jedoch zunehmenden Margendruck, der die Profitabilität gefährden könnte.

Parallel dazu braut sich an der Personalfront Ungemach zusammen. Die Bank warnt vor einem "höheren Risiko eines Pilotenstreiks als der Markt erwartet" und verweist auf erhebliche Differenzen mit der Vereinigung Cockpit. Gleichzeitig fordert die Gewerkschaft Verdi für das Bodenpersonal Lohnerhöhungen von sechs Prozent. Diese Gemengelage könnte die operative Stabilität in den kommenden Monaten empfindlich stören.

Baustellen bei Flotte und ITA-Übernahme

Auch strategisch läuft nicht alles rund. Die Einführung der neuen "Allegris"-Business-Class in den Boeing 787 verzögert sich weiter; die wichtige FAA-Zulassung wird erst für April 2026 erwartet. Dies zwingt den Konzern dazu, länger an der älteren, weniger effizienten A340-Flotte festzuhalten, auch wenn der Verkauf von zwei Boeing 747-8 an die US-Regierung kurzfristig Liquidität bringt.

Zudem bewertet Barclays den Einstieg bei ITA Airways kritisch. Die Analysten bezeichnen die Akquisition als "Fehler" und warnen vor Integrationsrisiken, insbesondere da ITA-Mitarbeiter bereits Proteste gegen die strategischen Pläne angekündigt haben. Operativ belastet zudem die erneute Aussetzung der Teheran-Flüge bis Ende Januar die Planungssicherheit.

Blick auf den Chart und Ausblick

Die Summe dieser Nachrichten drückt auf den Aktienkurs. Mit einem aktuellen Kurs von 8,40 Euro ist das Papier unter den wichtigen 50-Tage-Durchschnitt von 8,41 Euro gefallen. Vom 52-Wochen-Hoch bei 10,20 Euro hat sich der Titel inzwischen um über 17 Prozent entfernt.

Für Anleger richtet sich der Fokus nun auf die kommenden Wochen. Entscheidend wird sein, ob das Management die Tarifkonflikte entschärfen kann, bevor es zu Arbeitsniederlegungen kommt. Der nächste wichtige Termin für eine fundamentale Neubewertung ist der 6. März 2026, wenn der Konzern seinen Geschäftsbericht für 2025 vorlegt.

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