Lufthansa muss den Flugbetrieb derzeit gleich an mehreren Fronten stabil halten. Im Nahen Osten erzwingen gesperrte Lufträume und gestrichene Verbindungen kurzfristige Änderungen im Netzwerk – parallel verschärft sich der Tarifkonflikt mit den Piloten. Und schon am Donnerstag steht der nächste Quartalsbericht an, der zeigen soll, wie robust die Zahlen vor der jüngsten Eskalation waren.

Heute fällt die Aktie spürbar zurück und notiert bei 8,27 Euro (Tag: -4,66%). Auf Wochensicht steht ein Minus von -9,83% zu Buche – ein Zeichen, dass die Unsicherheit am Markt zuletzt zugenommen hat.

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Nahost-Eskalation zwingt zu Flugstreichungen

Auslöser der aktuellen operativen Probleme ist die militärische Eskalation im Nahen Osten. Lufthansa setzt Flüge nach Tel Aviv, Beirut, Amman, Erbil, Dammam und Teheran bis einschließlich 8. März aus. Zusätzlich werden mehrere Lufträume in der Region bis zu diesem Datum gemieden.

Besonders spürbar ist das auch abseits der direkten Ziele: Viele Langstrecken zwischen Europa und Asien müssen Umwege fliegen. Das bedeutet längere Flugzeiten – und erhöht das Risiko für Verspätungen oder weitere Streichungen.

Für Passagiere gibt es eine klare Regelung: Tickets zu den betroffenen Zielen, die am oder vor dem 1. März 2026 ausgestellt wurden und deren ursprüngliches Reisedatum bis 15. März 2026 reicht, können kostenlos auf andere Flüge der Lufthansa Group bis 31. März 2026 umgebucht oder erstattet werden (sofern der Flug nicht bereits annulliert wurde). Gleichzeitig betont der Konzern, die Lage sei dynamisch und Flugpläne könnten sich kurzfristig ändern.

Teurer Treibstoff, offene Lufträume – und ein Tarifkonflikt mit Zündstoff

Neben den Umleitungen trifft Airlines in solchen Phasen oft ein zweiter Effekt: steigende Ölpreise. Höhere Kerosinkosten drücken typischerweise auf die Marge, während Unsicherheit die Nachfrage dämpfen kann. JPMorgan-Analyst Harry Gowers verwies in diesem Zusammenhang auf die Kombination aus Flugstreichungen, operativen Behinderungen, steigenden Ölpreisen und möglicherweise geringerer Nachfrage – Faktoren, die kurzfristig auch die Anlegerstimmung belasten können.

Parallel bleibt der Arbeitskampf ein Risiko. Bei der Lufthansa-Kerngesellschaft streikten die Piloten am 12. Februar einen Tag lang. Laut Quelle fielen dabei mehr als 800 Flüge mit rund 100.000 Passagieren aus. Inhaltlich geht es dort um die Betriebsrenten der rund 4.800 Cockpitkräfte.

Bei der Regionaltochter Lufthansa Cityline folgte am 26. Februar die nächste Eskalationsstufe: In einer Urabstimmung stimmten die Pilotinnen und Piloten mit 99% der abgegebenen Stimmen für einen möglichen Arbeitskampf, bei einer Beteiligung von 95%. Einen konkreten Streiktermin nannte die Vereinigung Cockpit (VC) allerdings noch nicht. Die Gewerkschaft fordert für 2024, 2025 und 2026 jeweils 3,3% Vergütungsanpassung pro Jahr; ein vorliegendes Angebot bleibe laut VC hinter den Forderungen zurück und enthalte eine Friedenspflicht bis Ende 2027.

Kommt es zu Streiks bei Cityline, würde das vor allem den Zubringerverkehr zu den Drehkreuzen Frankfurt und München sowie Europa-Flüge treffen – also genau jene Verbindungen, die für das Gesamtnetz entscheidend sind.

Quartalsbericht am 6. März als nächster Fixpunkt

Der nächste klare Termin ist bereits gesetzt: Am 6. März legt Lufthansa den Quartalsbericht vor. Relevant wird dabei vor allem, wie belastbar die Ertragslage vor der jüngsten geopolitischen Zuspitzung war – während operativ bis mindestens 8. März die Sicherheitslage und die daraus folgenden Netz-Anpassungen den Takt vorgeben. Gleichzeitig bleibt der Tarifkonflikt zweigeteilt: In der Kernmarke wartet die VC auf ein neues Rentenangebot, bei Cityline ist das Streikmandat vorhanden – nur eben noch ohne Datum.

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