Lufthansa Aktie: Krisenausnahme gewährt
Die Eskalation im Nahen Osten trifft die deutsche Airline mit voller Wucht. Während der Kranich-Konzern den Luftraum über weiten Teilen der Golfregion meidet und Flüge streicht, erlebt die Aktie einen Ausverkauf. Im frühen Montagshandel sackt der Titel um rund neun Prozent ab – parallel zu den Kursverlusten bei TUI und anderen europäischen Airlines.
Der Hintergrund: Nach dem Ausbruch des Iran-Kriegs sind zentrale Drehkreuze wie Dubai und Doha seit drei Tagen geschlossen. Rund 30.000 deutsche Urlauber sitzen nach Angaben des Reiseverbands DRV in der Region fest. Die Lufthansa hat ihre Flüge nach Tel Aviv, Beirut, Amman, Erbil, Dammam, Teheran sowie Dubai und Abu Dhabi bis zum 8. März komplett ausgesetzt. Den Luftraum über Israel, Libanon, Jordanien, Irak, Qatar, Kuwait, Bahrain und Iran meidet der Konzern ebenfalls bis zu diesem Datum.
Koordination mit Außenministerium
Außenminister Johann Wadephul kündigte am Montag in Berlin an, im Gespräch mit Lufthansa, TUI und dem deutschen Reiseverband zu stehen. Die Bundesregierung prüft Optionen für Rückholaktionen über alternative Routen – konkret über Landgrenzen nach Oman und Saudi-Arabien, deren Lufträume noch offen sind. Von dort könnten Maschinen der Luftfahrtindustrie nach Riad und Maskat geschickt werden, so Wadephul.
Für die Airline bedeutet das einen Spagat zwischen humanitärer Verantwortung und wirtschaftlichen Einbußen. Betroffene Fluggäste können kostenfrei umbuchen oder erhalten den vollständigen Ticketpreis zurück. Zahlen zu gestrandeten Lufthansa-Kunden nannte der Konzern nicht. Die Airline betont, die Sicherheitslage kontinuierlich zu beobachten und in engem Kontakt mit Behörden zu stehen.
Pilotenstreik vorerst vom Tisch
Einen kleinen Lichtblick gibt es: Die Pilotengewerkschaft VC Cockpit verzichtet diese Woche auf Arbeitskampfmaßnahmen. Die aktuellen Entwicklungen stellten Fluggesellschaften, Crews und Passagiere vor erhebliche Herausforderungen, teilte die Gewerkschaft mit. Rückführungsflüge, Passagiersicherheit und Luftfracht hätten nun Priorität. Erst kürzlich hatten sich die Piloten bei der Lufthansa-Tochter Cityline per Urabstimmung streikbereit gemacht. Bei der Kerngesellschaft führte ein eintägiger Ausstand vor wenigen Wochen zur Streichung von über 800 Flügen mit rund 100.000 Passagieren.
Dennoch betont VC: Der Tarifkonflikt bestehe weiterhin. Man beobachte die Lage und bewerte die Situation kontinuierlich neu. Für die gebeutelte Lufthansa-Aktie dürfte die Streikpause kaum mehr als eine kurze Verschnaufpause bedeuten. Die steigenden Ölpreise – am Montag sprangen sie um sieben Prozent nach oben – belasten zusätzlich. Analysten von B Riley Securities warnen vor nachlassender Reiselust in der Region und verweisen auf die Belastungen durch Stornierungen, Umroutungen und höhere Treibstoffkosten.
Die Hoffnung: Sobald die Lage vor Ort und die Luftraumsperrungen es erlauben, will die Lufthansa über zusätzliche Flüge aus der Region entscheiden. Bis dahin bleiben die Risiken hoch – auch für eine mögliche DAX-Rückkehr, die durch die jüngsten Verluste erneut in weite Ferne rückt.
Lufthansa-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Lufthansa-Analyse vom 03. März liefert die Antwort:
Die neusten Lufthansa-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Lufthansa-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 03. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Lufthansa: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...








