Der Börsen-Neuling TKMS hat seinen Auftragsbestand auf über 20 Milliarden Euro geschraubt – und steht vor zwei Entscheidungen, die den U-Boot-Bauer auf Jahrzehnte prägen könnten. Zwischen Mai und Juni fällt die Wahl in Kanada über zwölf konventionelle U-Boote, in Indien läuft bereits die Zielgerade für das wohl größte konventionelle U-Boot-Projekt der Geschichte. Der Wert: bis zu neun Milliarden US-Dollar.

Erste Hauptversammlung mit klaren Signalen

Bei der Premiere als börsennotierte Aktiengesellschaft am 27. Februar legte TKMS die Grundlagen für den weiteren Expansionskurs. Mit deutlicher Mehrheit stimmten die Aktionäre allen Beschlussfassungen zu. Die Zahlen untermauern den Wachstumskurs: Der Umsatz kletterte im abgelaufenen Jahr um knapp zehn Prozent auf 2,2 Milliarden Euro, die EBIT-Marge erreichte sechs Prozent.

Für das laufende Geschäftsjahr peilt das Management ein Umsatzplus von zwei bis fünf Prozent sowie eine bereinigte EBIT-Marge von über sechs Prozent an. Mittelfristig sollen es sieben Prozent werden. Ab 2027 plant TKMS die erste Dividende mit einer Ausschüttungsquote zwischen 30 und 50 Prozent des Jahresgewinns.

Der Auftragsbestand im ersten Quartal 2025/26 lag bei 18,7 Milliarden Euro – ein Anstieg um 13 Prozent. Nach Quartalsschluss kam die Bestellung von zwei weiteren norwegischen U-Booten vom Typ 212CD hinzu. Damit übersprang der Auftragsbestand die 20-Milliarden-Marke.

Kanada und Indien als Wendepunkte

Die Entscheidung in Kanada steht unmittelbar bevor. TKMS reichte Anfang März das finale Angebot für zwölf konventionelle U-Boote ein und tritt gegen den südkoreanischen Konkurrenten Hanwha Ocean an. Eine Zusage würde die Position im nordamerikanischen Markt fundamental stärken.

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In Indien sind die Kostenverhandlungen für den Acht- bis Neun-Milliarden-Dollar-Auftrag abgeschlossen. Die finale Unterschrift verschiebt sich zwar ins neue Fiskaljahr, doch die Kabinettszustimmung gilt als Formsache. Das Projekt wäre der größte konventionelle U-Boot-Auftrag in der Unternehmensgeschichte.

Auch im Heimatmarkt festigt der Kieler Konzern seine Position. Für das F128-Programm liegt bereits ein Vorvertrag mit dem Bundesamt vor, beim F127-Programm ist TKMS alleiniger Bieter.

Kapazitätsausbau und neue Technologien

Der Standort Wismar soll zum Hybridstandort für U-Boote, Fregatten und Spezialschiffe ausgebaut werden. Geplant sind Investionen von rund 200 Millionen Euro und perspektivisch bis zu 1.500 Arbeitsplätze. Die Erweiterung ist notwendig, um den wachsenden Auftragsbestand abzuarbeiten.

Am 25. Februar übergaben TKMS und Israel Aerospace Industries das autonome Unterwasserfahrzeug BlueWhale an die deutsche Marine. Das 10,9 Meter lange und 5,5 Tonnen schwere Fahrzeug ist für weiträumige Aufklärung konzipiert und kann Ziele über und unter Wasser erkennen sowie Seeminen lokalisieren. Die überzeugenden Ostseetests führten zu einer beschleunigten Beschaffung.

Nahost-Konflikt ohne Kurseffekt

Während Rheinmetall, Hensoldt und Renk nach der Eskalation im Nahen Osten zeitweise zweistellig zulegten, blieb die TKMS-Aktie nahezu unverändert. Als reiner Marineproduzent profitiert das Unternehmen kaum von der aktuellen Raketenkrise. Die langen Auftragslaufzeiten und mehrjährigen Planungszyklen führen dazu, dass kurzfristige geopolitische Spannungen weniger durchschlagen als bei Anbietern von Luftabwehrsystemen.

Kritik kam von Nichtregierungsorganisationen zur ersten Hauptversammlung. Facing Finance, die Fondazione Finanza Etica und der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre forderten einen Lieferstopp an Staaten, die Völkerrecht und Menschenrechte missachten. Die auf der Versammlung angekündigten Ausbaupläne in Israel bezeichnete Facing Finance als unverantwortlich.

Bewährungsprobe in Monaten

Am 11. Mai folgen die nächsten Quartalszahlen. Bis dahin dürfte sich die Entscheidung in Kanada konkretisieren. Der Zuschlag in beiden Großprojekten – Kanada und Indien – würde den Auftragsbestand auf deutlich über 30 Milliarden Euro heben und die Kapazitäten über ein Jahrzehnt auslasten. TKMS bedient als Europas einziges vollintegriertes Systemhaus für maritime Verteidigung eine Nische mit hohen Eintrittsbarrieren – die kommenden Monate zeigen, ob diese Position in handfeste Großaufträge mündet.

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