Mitten im kritischen Konzernumbau trifft ein koordinierter Arbeitskampf Deutschlands größte Fluggesellschaft ins Mark. Gestern zwang ein 24-stündiger Streik von Piloten und Kabinenpersonal die Lufthansa zu massiven Flugstreichungen an den wichtigsten Drehkreuzen. Während der Flugbetrieb heute wieder anläuft, wächst der finanzielle Druck auf das ambitionierte Sparprogramm des Managements.

Hier die wichtigsten Eckdaten des Ausstands:
* Ausmaß: Nahezu 800 gestrichene Flüge.
* Betroffene: Rund 100.000 Passagiere.
* Dauer: 24 Stunden (gestern, Donnerstag).
* Schwerpunkte: Drehkreuze Frankfurt und München sowie Berlin.

Die Fronten sind verhärtet

Die Besonderheit dieses Arbeitskampfes lag in der Gleichzeitigkeit: Sowohl die Vereinigung Cockpit (VC) als auch die Kabinengewerkschaft UFO riefen ihre Mitglieder parallel zum Ausstand auf. Die Piloten fordern Nachbesserungen bei der Betriebsrente, da das aktuelle kapitalmarktfinanzierte Modell hinter früheren Niveaus zurückbleibt.

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Bei der UFO wiegt der Konflikt struktureller. Auslöser ist die geplante Einstellung des Flugbetriebs der Tochtergesellschaft Lufthansa CityLine. Da das Management Verhandlungen über einen kollektiven Sozialplan ablehnt, stimmten über 98 Prozent der dortigen Mitglieder für den Streik. Der Personalvorstand kritisierte die Maßnahmen scharf als „völlig unnötige Eskalation“, die Passagiere unverhältnismäßig treffe.

Sanierungsziele in Gefahr?

Der Zeitpunkt könnte für den Konzern kaum ungünstiger sein. Lufthansa befindet sich in einem umfassenden Turnaround-Prozess, um die Profitabilität zu steigern. Nach einem operativen Verlust von 244 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2025 sollen über 700 Einzelmaßnahmen das Ruder herumreißen.

Das Ziel ist ambitioniert: Eine Ergebnisverbesserung von 1,5 Milliarden Euro bereits im laufenden Jahr 2026. Bis zum Ende des Jahrzehnts strebt der Konzern eine operative Marge von 8 bis 10 Prozent an. Kostspielige Flugausfälle und Entschädigungszahlungen nach EU-Recht konterkarieren diese Sparbemühungen direkt, da Streiks des eigenen Personals nicht als „außergewöhnliche Umstände“ gelten.

Rückkehr zum Normalbetrieb

Nach dem gestrigen Stillstand kehrt die Airline heute, am Freitag, weitgehend zum regulären Flugplan zurück. Dies ist besonders für internationale Gäste relevant, da die Wiederaufnahme des Betriebs zeitlich mit dem Start der Berlinale und der Anreise zur Münchner Sicherheitskonferenz zusammenfällt. Die finanziellen Nachwehen des gestrigen Tages dürften die Bilanz jedoch weiter belasten, solange keine langfristige Einigung mit den Gewerkschaften in Sicht ist.

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