Die Lufthansa steht heute still. Ein koordinierter 24-Stunden-Streik von Piloten und Kabinenpersonal legt den Flugbetrieb der größten deutschen Airline weitgehend lahm. Rund 800 Flüge wurden gestrichen, etwa 70.000 Passagiere sitzen fest. Die Aktie reagierte bereits gestern mit einem Kursrutsch von über vier Prozent auf 8,87 Euro – und rutschte damit deutlich vom erst am 9. Februar erreichten 12-Monats-Hoch bei 9,50 Euro ab.

Zwei Gewerkschaften, ein Ziel

Erstmals ziehen die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) und die Kabinengewerkschaft UFO gemeinsam in den Arbeitskampf. Der Streik begann um Mitternacht und dauert bis 23:59 Uhr. Betroffen sind die Kernmarke Lufthansa, die Frachttochter Cargo sowie die Regionaltochter CityLine.

Die Forderungen im Überblick:

  • Piloten: Höhere Arbeitgeberbeiträge zu Betriebs- und Übergangsrenten
  • Kabinenpersonal: Verbindliche Tarifverträge und Sozialplan für rund 800 gefährdete Arbeitsplätze
  • Gemeinsamer Vorwurf: Sparprogramm und Expansion billiger Töchter gefährden Stammbelegschaft

Die Gewerkschaften argumentieren, dass Kostensenkungsmaßnahmen und die Verlagerung von Flügen auf günstigere Konzerngesellschaften wie City Airlines und Discover Airlines die Arbeitsplatzsicherheit untergraben.

Konzern spricht von Eskalation

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Personalvorstand Michael Niggemann wies die Forderungen als überzogen zurück. Der Konzern habe keinen finanziellen Spielraum für die geforderten Zugeständnisse. Die Kernmarke Lufthansa Classic stehe wirtschaftlich unter Druck – eine Argumentation, die die Gewerkschaften als Vorwand ablehnen.

Die Drehkreuze Frankfurt und München trifft es am härtesten. Allein in Frankfurt fallen rund 220 Flüge aus. Tochtergesellschaften wie Austrian Airlines, Brussels Airlines, Eurowings, Swiss und Discover Airlines fliegen hingegen planmäßig.

Weitere Streiks drohen

Die Vereinigung Cockpit schließt eine Ausweitung des Arbeitskampfes nicht aus. Ein Gewerkschaftssprecher warnte, die „Eskalationsspirale" werde sich weiter drehen, sollte kein verbessertes Angebot vorgelegt werden.

Der Zeitpunkt des Streiks ist brisant: Ab morgen beginnt die Münchner Sicherheitskonferenz, zu der zahlreiche internationale Staatsgäste anreisen. Lufthansa rechnet dennoch damit, ab Freitag wieder den regulären Flugbetrieb aufnehmen zu können – sofern keine weiteren Arbeitskampfmaßnahmen folgen.

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