Die nächste Eskalationsstufe im Tarifkonflikt rückt näher: Bei der Regionaltochter Lufthansa Cityline hat die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) eine Urabstimmung beantragt. Die Entscheidung dazu wird noch diese Woche erwartet – und damit auch, ob weitere Arbeitskämpfe drohen.

Brisant ist die Lage auch deshalb, weil Cityline laut Konzernangaben im kommenden Jahr auslaufen soll. Für Anleger wird damit wichtiger, wie gut der Konzern die operative Stabilität und den Umbau parallel zu den Verhandlungen zusammenhält.

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Verhandlungen festgefahren – Urabstimmung beantragt

Nach Angaben der VC sind die Gespräche mit dem Cityline-Management gescheitert. Knackpunkt: Die Arbeitgeberseite habe darauf bestanden, dass jede Vergütungserhöhung an anderer Stelle „kompensiert“ werden müsse. VC-Verhandlungsführerin Tanja Viehl kritisierte das als faktische Nullrunde mit Umverteilung.

Die Verhandlungen laufen seit August 2025. Ein konkretes Angebot liege bislang nicht vor. Als nächster Schritt steht nun die Urabstimmung im Raum – ein klassischer Vorläufer möglicher Streiks.

Die Forderung der Gewerkschaft: Vergütungsanpassungen von jeweils 3,3% für 2024, 2025 und 2026, rückwirkend zum 1. Februar 2024, 1. Januar 2025 und 1. Januar 2026.

Der letzte Streik zeigt, wie schnell es teuer wird

Wie spürbar Arbeitskämpfe im Luftverkehr durchschlagen können, hat der 24-Stunden-Streik am 12. Februar bei der Kernmarke gezeigt. Damals wurden laut Angaben im Quelltext rund 800 Flüge gestrichen, etwa 100.000 Passagiere waren betroffen. Betroffen waren Abflüge von großen deutschen Flughäfen – darunter Frankfurt und München.

Am Warnstreik beteiligten sich damals neben den VC-Piloten auch Flugbegleiter der Kabinengewerkschaft UFO. Die UFO fordert einen tariflichen Sozialplan für Beschäftigte.

Umbau bei Cityline – und die Aktie bleibt zunächst fest

Zusätzliche Spannung bringt der Konzernumbau: Der Betrieb von Lufthansa Cityline soll im kommenden Jahr auslaufen, Verbindungen sollen auf die neue Tochter Lufthansa City Airlines übergehen. Die Gewerkschaft betont allerdings, dieser Umstand habe nichts mit den laufenden Tarifverhandlungen zu tun und entbinde nicht von ernsthaften Gesprächen.

An der Börse wirkt das Thema bislang eher wie Gegenwind als wie ein Bruch: Die Lufthansa-Aktie notiert heute bei 9,44 Euro und liegt damit 2,76% im Plus. Auffällig ist zudem die Entwicklung über längere Strecken: In den vergangenen 12 Monaten steht ein Plus von 47,10% zu Buche, gleichzeitig bleibt der Kurs noch 7,41% unter dem 52‑Wochen‑Hoch (10,20 Euro).

Konkreter nächster Fixpunkt im Kalender ist der Geschäftsbericht 2025 am 6. März. Bis dahin dürfte vor allem die Urabstimmungs-Entscheidung in dieser Woche entscheidend sein, wie groß das kurzfristige Störpotenzial im Flugbetrieb tatsächlich wird.

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