Die Kranich-Airline kommt nicht zur Ruhe. Kaum sind die direkten Auswirkungen des massiven Pilotenstreiks abgeklungen, zwingt ein Wintereinbruch den Flugbetrieb erneut in die Knie. Während tausende Passagiere am Boden bleiben, wächst an der Börse die Sorge, dass die Kombination aus operativem Chaos und verhärteten Tariffronten die Erholung des Konzerns nachhaltig ausbremst.

Das Wichtigste in Kürze:
* Massive Ausfälle: Rund 800 Flüge gestrichen durch Streik, hunderte weitere durch Schneechaos.
* Ungelöster Konflikt: Streit um Betriebsrenten eskaliert nach sieben ergebnislosen Runden.
* Kursreaktion: Aktie verliert 1,86 % und notiert bei 9,10 Euro.

Der koordinierte Ausstand der Gewerkschaften VC (Cockpit) und UFO (Kabine) am 12. Februar hat tiefe Spuren im Flugplan hinterlassen. An den Drehkreuzen Frankfurt und München waren rund 100.000 Passagiere betroffen, wobei laut Gewerkschaftsangaben fast 93 Prozent der geplanten Verbindungen ausfielen.

Kern des Konflikts ist eine Diskrepanz bei den Betriebsrenten. Während Personalvorstand Michael Niggemann öffentlich von monatlichen Zahlungen in Höhe von 8.400 Euro sprach, weist die Gewerkschaft diese Darstellung entschieden zurück. Für die Mehrheit der Kapitäne und Ersten Offiziere lägen die tatsächlichen Ansprüche lediglich zwischen 2.000 und 5.000 Euro. Diese kommunikative Kluft erschwert eine Einigung erheblich.

Wetterchaos verschärft die Lage

Als wäre der Arbeitskampf nicht genug, sorgte das Wetter für eine operative Zangenbewegung. Schwere Schneefälle in West- und Zentraleuropa führten kurz nach dem Streikwochenende zu weiteren 700 Annullierungen und massiven Verspätungen bei über 5.000 Verbindungen. Da Flugzeugumläufe durch den Schnee in Mitleidenschaft gezogen wurden, mussten unter anderem Austrian Airlines Reserve-Crews aktivieren, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.

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Diese operative Instabilität spiegelt sich im Aktienkurs wider. Das Papier gab heute um 1,86 Prozent auf 9,10 Euro nach. Zwar notiert die Aktie damit noch über dem 50-Tage-Durchschnitt von 8,82 Euro, doch die Volatilität bleibt mit über 33 Prozent hoch. Investoren preisen offensichtlich das Risiko ein, dass die anhaltenden Störungen die Margen im ersten Quartal belasten könnten.

Keine Entspannung in Sicht

Die Fronten im Tarifstreit scheinen verhärtet. Zwar signalisiert die Vereinigung Cockpit Gesprächsbereitschaft, fordert jedoch ein Entgegenkommen der Arbeitgeberseite. Lufthansa hat sich seit dem Streikende noch nicht zu einem neuen Termin geäußert. Hinzu kommt ein schwelender Konflikt bei der Regionaltochter CityLine, deren Betrieb ohne ausgehandelten Sozialplan auf eine neue Gesellschaft übertragen werden soll.

Die Kombination aus unberechenbarem Wetter und dem berechenbaren Widerstand der Belegschaft setzt das Management unter Zugzwang. Ohne eine zeitnahe Annäherung im Pensionsstreit drohen weitere Streikwellen, die den für 2026 geplanten Sanierungskurs gefährden würden.

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