Die Ruhe am Boden könnte bald vorbei sein. Nach einem enttäuschenden Auftakt der Tarifverhandlungen steuert der Kranich-Konzern auf eine kritische Phase zu. Während die erste Runde ohne Ergebnis blieb, läuft die Uhr: Mitte Februar endet die Friedenspflicht, und ohne eine schnelle Einigung drohen Arbeitskampfmaßnahmen, die den Flugbetrieb empfindlich stören könnten.

Die wichtigsten Fakten:
* Betroffene: Rund 20.000 Bodenbeschäftigte (u.a. Lufthansa AG, Technik, Cargo).
* Forderung: 6 % mehr Gehalt (mind. 250 €) und höhere Ausbildungsvergütung.
* Deadline: Friedenspflicht endet Mitte Februar.
* Nächster Termin: Verhandlungsrunde am 11. und 12. Februar 2026.

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Fronten verhärtet sich schnell

Der Start in die Tarifrunde am 19. Januar verlief denkbar schlecht. Laut der Gewerkschaft ver.di legte die Arbeitgeberseite kein konkretes Angebot vor. Das sorgt für Unmut bei den Beschäftigten, die angesichts der wirtschaftlichen Erholung des Konzerns eine Beteiligung am Erfolg fordern. Ver.di-Verhandlungsführer Marvin Reschinsky kritisierte die Haltung des Managements scharf und bezeichnete die Weigerung, Geld für die Belegschaft in die Hand zu nehmen, als inakzeptabel.

Neben einer linearen Gehaltserhöhung von sechs Prozent stehen vor allem soziale Komponenten im Fokus: Ein Mindestbetrag von 250 Euro soll untere Lohngruppen stützen, zudem wird ein Jobticket-Zuschuss gefordert. Besonders brisant ist die Forderung nach einem Ausgliederungsschutz für die Passagierabfertigung an den Drehkreuzen Frankfurt und München.

Wiederholung des Chaos von 2024?

Für Anleger weckt die aktuelle Situation ungute Erinnerungen. Bereits in der Tarifrunde 2024 führten mehrtägige Warnstreiks zu massiven Flugausfällen und belasteten das operative Ergebnis. Da die Friedenspflicht nur noch bis Mitte Februar gilt, könnten ab der zweiten Monatshälfte erneut die Arbeit niedergelegt werden, sollte die kommende Verhandlungsrunde am 11. und 12. Februar scheitern.

Ein solcher Konflikt käme für die Aktie zur Unzeit. Das Papier hat sich auf Jahressicht mit einem Plus von über 42 Prozent stark entwickelt, konsolidiert derzeit aber bei 8,94 Euro unterhalb des 52-Wochen-Hochs von 10,20 Euro. Ein Arbeitskampf könnte den Kurs weiter in Richtung der 50-Tage-Linie bei 8,62 Euro drücken und die charttechnische Erholung gefährden.

Spagat zwischen Kosten und Wachstum

Der Tarifkonflikt trifft auf eine ambitionierte strategische Planung. Lufthansa will 2026 die Kapazität auf Langstrecken um sechs Prozent ausbauen und strebt mittelfristig eine operative Marge von acht bis zehn Prozent an. Um diese Ziele zu erreichen, setzt der Konzern auf produktivere Personaleinsätze durch neu verhandelte Arbeitsverträge. Die Forderungen der Gewerkschaft stehen diesem strikten Sparkurs diametral entgegen.

Gleichzeitig prüft der Konzern Berichten zufolge eine vertiefte Kooperation mit dem Flughafenbetreiber Fraport, um die Effizienz am Hub Frankfurt nach dem Münchner Vorbild zu steigern. Diese strategischen Weichenstellungen könnten jedoch durch einen langanhaltenden Arbeitskampf in den Hintergrund geraten.

Entscheidung im Februar

Die kommenden Wochen sind für die Kursentwicklung entscheidend. Investoren sollten den 11. und 12. Februar genau im Auge behalten: Ein Durchbruch würde die Unsicherheit aus dem Markt nehmen, während ein Scheitern die Wahrscheinlichkeit von Streiks drastisch erhöht. Spätestens mit der Veröffentlichung des Geschäftsberichts am 6. März 2026 wird sich zeigen, wie teuer eine mögliche Einigung den Konzern zu stehen kommt.

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