Lufthansa Aktie: Zwei Baustellen
Lufthansa startet mit einem Spagat ins neue Quartal: In Dresden beginnt das große A380-Retrofit, das das Langstreckenprodukt sichtbar aufwerten soll. Gleichzeitig sorgt ausgerechnet das Kundenbindungsprogramm Miles & More wegen eines Kreditkartenwechsels für Ärger bei Vielfliegern. Wie gut passt das zusammen – Premium-Offensive hier, Frust an der Service-Front dort?
An der Börse zeigt sich zuletzt ein ruhiges Bild: Die Aktie notiert heute bei 8,81 € (‑0,34%). Auf 12 Monate steht aber ein kräftiges Plus von 40,72% – der Markt honorierte also in der Vergangenheit Fortschritte, reagiert kurzfristig jedoch sensibel auf Reibungspunkte.
A380-Retrofit: Mehr Privatsphäre, weniger Sitze
Der Konzern hat Ende Januar den Startschuss für die Modernisierung der acht verbleibenden Airbus A380 gegeben. Umgerüstet wird in den Elbe Flugzeugwerken in Dresden. Im Fokus steht die Business Class: neue Sitze, neue Anordnung, ein klarer Schritt Richtung Premium-Standard.
Wichtig dabei: Lufthansa erhöht nicht einfach den Komfort, sondern verändert auch die Kapazität. Die Business Class schrumpft, die Gesamtzahl der Plätze sinkt ebenfalls leicht. Das wirkt wie eine bewusste Priorisierung von Produktqualität statt maximaler Auslastung in einer Kabinenklasse.
Die Fakten zum Umbau (kompakt):
- Umbauort: Elbe Flugzeugwerke, Dresden
- Neue Business-Class-Sitze: Thompson Aero Seating (Vantage XL)
- Neue Anordnung: 1‑2‑1 (statt 2‑2‑2), damit direkter Gangzugang für jeden Platz
- Sitzmaße: 58 cm Breite, mind. 2 Meter Bettlänge
- Kapazität: Business Class 68 Sitze (vorher 78), Gesamt 499 Plätze (vorher 509)
- Zeitplan: erste Rückkehr (D‑AIMC „Mike‑Charly“) April 2026 ab München, Abschluss Mitte 2027
Der strategische Hintergrund ist klar benannt: Wegen Lieferverzögerungen bei neuen Langstreckenjets bleibt der A380 noch mindestens bis Ende des Jahrzehnts in der Flotte. Das Retrofit soll das Bordprodukt in dieser Übergangsphase wettbewerbsfähig halten.
Miles & More Kreditkarte: Wechsel mit Stolpersteinen
Parallel dazu brodelt es im Vielfliegerlager. Der Wechsel des Miles-&-More-Kreditkartenanbieters von der DKB zur Deutschen Bank verärgert Stammkunden – vor allem wegen eines als aufwendig empfundenen Prozesses. Laut Bericht müssen Kunden beim neuen Anbieter erneut umfangreiche Angaben zu Einkommen und Vermögen machen, inklusive Schufa-Prüfung.
In Medienberichten werden mehrere konkrete Probleme genannt: teils unklare Auskünfte im Call-Center, Filialmitarbeiter ohne ausreichende Informationen, keine automatische Kündigung der bisherigen Karte (mit dem Risiko doppelter Gebühren) und zunächst niedrig angesetzte Standard-Kreditrahmen.
Miles & More weist die Kritik zurück. Der Aufwand sei bekannt, man halte das Vorgehen jedoch für den sichersten Weg. Um den Wechsel zu beschleunigen, werden zudem Boni von bis zu 6.000 Meilen und 40 Status-Points angeboten.
Fristen und Ausblick: April als nächster Fixpunkt
Bei der Kreditkartenumstellung gelten gestaffelte Zeiträume: Für Frequent Traveller, Senator und HON Circle lief der Zeitraum für den höchsten Wechselbonus bis 31. Januar 2026, für Blue und Gold bis 15. Februar 2026. Die bisherigen DKB-Karten laufen je nach Produkt zu unterschiedlichen Terminen aus.
Operativ ist der nächste klare Meilenstein bereits gesetzt: Im April 2026 soll der erste umgerüstete A380 wieder in den Liniendienst zurückkehren. Bis Mitte 2027 muss Lufthansa dann zeigen, dass die Premium-Modernisierung nicht nur auf dem Papier überzeugt – und dass parallel die Miles-&-More-Umstellung nicht weiter am Vertrauen der Vielkunden kratzt.
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