Lufthansa Aktie: Ölpreisschock trifft Flugplan
Brent-Rohöl über 100 Dollar, die Straße von Hormus de facto gesperrt — für Lufthansa verdichten sich gleich zwei Krisenlinien zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Während der IEA-Chef vor einer Energiekrise mit historischem Ausmaß warnt, muss der Konzern gleichzeitig seinen Flugplan im Nahen Osten radikal zusammenstreichen.
Teure Absicherung, aber Grenzen sichtbar
Brent-Rohöl kletterte am Dienstag auf 101,77 Dollar pro Barrel, WTI legte um 4,3 Prozent auf 91,91 Dollar zu. Für Lufthansa federt die eigene Absicherungsstrategie den unmittelbaren Schmerz ab: Rund 80 Prozent des Treibstoffbedarfs für 2026 sind über Derivate gesichert. Bei Kapazitätsanpassungen — und die kommen — greift dieser Schutz jedoch nicht. Dort trifft den Konzern der volle Spotmarkt-Preis.
Zum Vergleich: American Airlines kalkuliert allein für das erste Quartal mit Treibstoff-Mehrkosten von 400 Millionen Dollar. Lufthansa steht besser da, aber nicht unverwundbar.
Golfregion weitgehend gestrichen
Am Dienstag bestätigte der Konzern das Aussetzen zahlreicher Verbindungen in die Golfregion. Abu Dhabi, Amman, Riad und Teheran werden bis mindestens 24. Oktober 2026 nicht mehr angeflogen. Dubai und Tel Aviv bleiben vorerst bis Ende Mai unter Beobachtung.
Analysten werten den Rückzug als notwendige Risikominimierung — steigende Kriegsrisikoversicherungen und instabile Überflugrechte machen einen normalen Betrieb in der Region schlicht unwirtschaftlich. Für das Sommergeschäft 2026, traditionell der ertragsstärkste Zeitraum, fehlen damit aber wichtige Destinationen.
Hinzu kommt ein operativer Vorfall vom vergangenen Freitag: Ein Airbus A350-900 musste am Flughafen Denver bei rund 320 km/h den Start abbrechen, nachdem das Bordsystem vor starken Windscherungen warnte. Alle 314 Insassen blieben unverletzt, der Flug nach München wurde annulliert.
Die Aktie notiert aktuell rund 17 Prozent unter ihrem Februarhoch von 9,50 Euro und damit auch deutlich unterhalb des 50-Tage-Durchschnitts. Ob die Kombination aus Kostendruck und Streckenstreichungen in den Quartalszahlen vollständig eingepreist ist, wird sich spätestens beim nächsten Ergebnistermin zeigen.
Lufthansa-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Lufthansa-Analyse vom 25. März liefert die Antwort:
Die neusten Lufthansa-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Lufthansa-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 25. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Lufthansa: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...








