Zwei Tarifkonflikte, eine kritische Woche: Bei Lufthansa läuft noch bis Freitag die Urabstimmung der Kabinengewerkschaft UFO — und das Ergebnis könnte den Konzern mitten in die Sommersaison hinein lähmen.

Die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) hat die Urabstimmung eingeleitet, nachdem Verhandlungen über einen neuen Manteltarifvertrag gescheitert sind. Parallel fordert UFO einen verbindlichen Sozialplan für das Kabinenpersonal der Tochter CityLine, deren Zukunft im Konzern gerade neu geordnet wird. Die Gewerkschaft erwartet ein „sehr eindeutiges" Votum ihrer Mitglieder.

Piloten und Kabine gleichzeitig unter Spannung

Noch ist der Pilotenstreit nicht beigelegt. Lufthansa hat der Vereinigung Cockpit (VC) einen neuen Vorschlag zur Betriebsrente vorgelegt: Die bisherige Übergangsversorgung soll gestrichen und die Mittel in höhere Betriebsrenten umgewandelt werden — laut Unternehmen ein Plus von bis zu 50 Prozent. Die VC hat einem Treffen zur Erläuterung in dieser Woche zugestimmt, prüft den Vorschlag aber noch.

Wie ernst die Lage sein kann, zeigte der Streik vor rund vier Wochen: Piloten und Kabinenpersonal legten die Lufthansa an einem einzigen Tag gemeinsam lahm, rund 800 Flüge wurden gestrichen und fast 100.000 Passagiere waren betroffen.

Investitionen in die Kabine trotz Tarifchaos

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Während die Tarifkonflikte schwelen, startet Lufthansa Ende März seinen bislang aufwendigsten Kabinenumbau. Das Programm „Future Onboard Experience" (FOX) beginnt mit der First Class und wird ab Mai 2026 auf alle Reiseklassen ausgerollt. Konzernchef Jens Ritter kündigt Investitionen von über 70 Millionen Euro allein im ersten Jahr an.

Ebenfalls neu: Die Allegris Business Class auf der Boeing 787-9 ist zertifiziert und seit dem 15. März auf der Route Frankfurt–Toronto im Einsatz. Ab dem Sommerflugplanstart am 29. März kommen weitere Ziele wie Kapstadt, Shanghai und Hongkong hinzu.

Aktie im Abwärtstrend

Die Aktie notiert aktuell bei 7,47 Euro und hat seit Jahresbeginn rund 13 Prozent verloren. Mit deutlichem Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt von 8,60 Euro zeigt der Titel klaren Abwärtsdruck.

Das Ergebnis der UFO-Urabstimmung am 27. März wird zum unmittelbaren Stimmungstest: Ein formeller Streikaufruf würde Lufthansa erstmals seit Jahren mit simultanen Arbeitskämpfen in Cockpit und Kabine konfrontieren — ausgerechnet zum Start der verkehrsreichen Sommersaison. Kommt es dazu, dürften die Investitionen in FOX und Allegris kurzfristig kaum als Gegenargument zählen.

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